Nach Einschätzung der GEW NRW greifen die geplanten Änderungen tief in die Organisation der gymnasialen Oberstufe ein. Sie werden den Prüfungs- und Koordinationsaufwand an den Schulen erheblich erhöhen und die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte weiter verschärfen.
„Die Reform greift wichtige bildungspolitische Entwicklungen auf. Moderne Prüfungsformate und zeitgemäße Formen der Leistungsbewertung können die gymnasiale Oberstufe weiterentwickeln“, erklärt die Vorsitzende der GEW NRW, Ayla Çelik. „Entscheidend ist aber, dass das Ministerium die Umsetzung eng begleitet und Schulen sowie Lehrkräfte mit den neuen Anforderungen und Aufgaben nicht allein gelassen werden. Angesichts des Lehrkräftemangels und der stetig wachsenden Aufgaben, die an Schulen adressiert werden, muss das Ministerium zugleich für ausreichend Zeit, Personal, Qualifizierung und verlässliche Rahmenbedingungen sorgen.“
Kritisch sieht die GEW NRW, dass das Schulministerium zentrale Hinweise der Bildungsgewerkschaft aus dem Anhörungsverfahren zum Entwurf der APO-GOSt nicht aufgegriffen hat. „Gerade bei einer Reform mit weitreichenden Folgen für den Schulalltag hätte die Expertise der Beschäftigten stärker berücksichtigt werden müssen. Bis heute bleibt das Ministerium verbindliche Aussagen zur zusätzlichen Ressourcenausstattung und zur Entlastung der Schulen schuldig. Gute Bildungspolitik braucht nicht nur neue Konzepte, sondern auch die Voraussetzungen, damit sie in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden können“, so Ayla Çelik.
Die GEW NRW fordert deshalb, den Entwurf der APO-GOSt an zentralen Stellen nachzubessern und die Interessenvertretungen der Beschäftigten im weiteren Reformprozess verbindlich einzubeziehen.
„Wir müssen endlich damit anfangen, pädagogische Ziele und angemessene Rahmenbedingungen zusammenzudenken, wenn wir wollen, dass Reformen nachhaltig gelingen“, so Ayla Çelik abschließend.





