Pressemitteilungen 15.06.2026

Debatte um Bundesjugendspiele lenkt von eigentlichen Problemen ab

ChancengleichheitBildungsgewerkschaft
  • Autorin: Steffi Klaus
  • Funktion: Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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GEW NRW fordert Stärkung des Schulsports und bessere Sportstätten statt Symboldebatte über Wettkampf und Wettbewerb

Seit dem Schuljahr 2023/2024 werden die Bundesjugendspiele an Grundschulen bis Klasse 4 ausschließlich als Wettbewerb durchgeführt. Nun hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, den Schulen für die Klassen 3 und 4 wieder eine Wahlmöglichkeit zu geben: Neben der Wettbewerbsform kann künftig auch wieder die klassische Wettkampfform mit exakter Zeit- und Leistungsmessung angeboten werden.

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Hierzu erklärt Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW: „Die Debatte um Wettkampf oder Wettbewerb wird häufig mit einer Bedeutung aufgeladen, die sie tatsächlich nicht hat. Weder wird an einem Tag Spitzensport gefördert oder verhindert, noch lösen die Bundesjugendspiele die Bewegungsprobleme unserer Kinder. Stattdessen wird von den eigentlichen Herausforderungen abgelenkt.“ 

Die Umstellung von der Wettkampf- auf die Wettbewerbsform verfolgte einen klaren pädagogischen Ansatz: Sportlichkeit sollte stärker vom einzelnen Kind gedacht und weniger an normierten Leistungswerten gemessen werden. Individuelle Fortschritte, unterschiedliche Voraussetzungen und persönliche Entwicklungen sollten stärker in den Mittelpunkt rücken. „Gerade angesichts der Tatsache, dass sich viele Kinder heute zu wenig bewegen, bleibt dieses Ziel weiterhin wichtig und richtig“, so Ayla Çelik. „Wer Kinder dauerhaft für Sport und Bewegung begeistern will, erreicht dies eher über gemeinsame Erfolgserlebnisse und Motivation als über die ausschließliche Orientierung an Zeiten, Weiten und Platzierungen.“

Laut Çelik liegen die eigentlichen Probleme des Schulsports ganz woanders: „Noch immer verlassen Kinder die Grundschule, ohne sicher schwimmen zu können. An vielen Schulen fällt der Sportunterricht aus, weil Sporthallen sanierungsbedürftig sind oder aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden können. Hier bröckelt der Putz sprichwörtlich von der Decke, während gleichzeitig über die Ausgestaltung eines einzelnen Sporttages diskutiert wird.“ 
Aus Sicht der GEW NRW ist entscheidend, dass Bewegung und Sport im schulischen Alltag einen deutlich höheren Stellenwert bekommen. Dafür brauchen die Schulen die notwendigen Rahmenbedingungen und eine verlässliche Unterstützung.

„Wir sollten den Blick auf die tatsächlichen Herausforderungen richten: mehr und verlässlichen Sportunterricht, eine bessere Ausstattung der Schulen, ausreichend Schwimmunterricht sowie qualifizierte Bewegungsangebote für alle Kinder.  Denn hier entscheidet sich, ob junge Menschen Freude an Bewegung entwickeln, gesund aufwachsen und die motorischen Fähigkeiten erwerben, die sie für ein aktives und selbstbestimmtes Leben benötigen.“