„Es ist richtig, dass die Landesregierung anerkennt, dass Schulleitungen und Lehrkräfte mit besonderen Funktionen mehr Verantwortung tragen und diese Verantwortung auch besoldungsrechtlich abgebildet werden muss“, erklärt Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW. „Insbesondere die Verbesserungen für viele Lehrkräfte an Grund- und Hauptschulen sowie die Aufwertung der Fachleitungen sind längst überfällige Schritte. Was uns jedoch fehlt, sind endlich echte besoldungsrechtliche Entwicklungsperspektiven.“
Aus gewerkschaftlicher Sicht schaffen viele der jetzt angekündigten Maßnahmen keine neuen Privilegien, sondern korrigieren Fehlentwicklungen, die durch die Einführung von A13 für alle Lehrämter entstanden sind. Mit der berechtigten Anhebung der Eingangsbesoldung sind die Abstände zwischen Funktionsämtern, Beförderungsämtern und dem Einstiegsamt erheblich geschrumpft. Diese Attraktivitätsverluste für Leitungs- und Funktionsämter mussten beseitigt werden.
„Die Landesregierung bezeichnet das Paket als Ausdruck von Wertschätzung, aber aus meiner Sicht erschöpft sich Wertschätzung nicht allein in der Gehaltsabrechnung“, betont die GEW-Landesvorsitzende Ayla Çelik. „Sie zeigt sich ebenso in einer realistischen Arbeitsbelastung, einer verlässlichen Personalversorgung, weniger Bürokratie und ausreichenden Entlastungsstrukturen. Gerade Schulleitungen und Kolleg*innen erleben seit Jahren, dass ihre Aufgaben stetig wachsen, ohne dass die notwendigen Ressourcen im gleichen Maße mitwachsen.“
Positiv bewertet die GEW NRW die geplante Einrichtung weiterer Konrektorenstellen sowie die erstmalige Absicherung einer Stellvertretung an allen Förderschulen. „Gerade kleinere Schulen benötigen verlässliche Leitungsstrukturen, um den steigenden organisatorischen Anforderungen gerecht zu werden.“
Ebenfalls begrüßt wird die geplante deutliche Erhöhung der Zulage für Fachleitungen. Aus Sicht der GEW NRW reicht diese Maßnahme jedoch nicht aus. „Die Ausbildung neuer Lehrkräfte ist eine Schlüsselaufgabe für die Zukunft unseres Schulsystems. Fachleitungen aller Schulformen tragen Verantwortung für die Qualifizierung des Lehrkräftenachwuchses. Unser Ziel bleibt die Gleichbezahlung aller Fachleitungen unabhängig von der Schulform.“
Die angekündigten Maßnahmen sind laut Ayla Çelik Schritte in die richtige Richtung. Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass zahlreiche Beschäftigtengruppen von den geplanten Verbesserungen nicht profitieren. Unberücksichtigt bleiben unter anderem die Situation der Werkstattlehrkräfte, der Fachlehrkräfte sowie vieler Funktionsstellen – auch im Bereich der Sekundarstufe II an Gesamtschulen, Gymnasien und Berufskollegs sowie weiterer schulischer Leitungsfunktionen.
Ayla Çelik: „Wir erwarten daher, dass das angekündigte Besoldungspaket nicht das Ende der Entwicklung markiert, sondern den Auftakt für eine umfassendere Modernisierung des Besoldungssystems in Nordrhein-Westfalen bildet. Dabei darf die A13-Reform, deren Ziel die Gleichbezahlung aller Lehrkräfte ist, nicht hinter ihrem Anspruch zurückbleiben. Dieses Ziel wird nur erreicht, wenn auch tarifbeschäftigte Lehrkräfte stufengleich höhergruppiert werden wie ihre verbeamteten Kolleg*innen. Hier erwarten wir, dass sich die Landesregierung für eine gerechte Lösung einsetzt. Die Landesregierung setzt mit diesem Paket ein positives Signal. Jetzt muss sie den nächsten Schritt gehen. Gute Schulen brauchen nicht nur motivierte Lehrkräfte, sondern auch attraktive Leitungsämter, starke Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, die den Herausforderungen des Schulalltags tatsächlich gerecht werden.“







