Pressemitteilungen 14.09.2026

Bildungsmonitor 2026: NRW hat kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem

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  • Autorin: Steffi Klaus
  • Funktion: Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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GEW NRW fordert bessere Rahmenbedingungen für Förderung und mehr Unterstützung für Schulen in herausfordernden Lagen

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Essen – Der Bildungsmonitor 2026 beschreibt aus Sicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft NRW (GEW NRW) Probleme, die Beschäftigte in den Schulen seit Jahren erleben: Die Kompetenzen vieler Schüler*innen gehen zurück, der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg bleibt zu stark, und auch beim Übergang in Ausbildung bestehen erhebliche Herausforderungen.

"Nordrhein-Westfalen hat kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Es reicht nicht, Defizite immer wieder neu zu vermessen“, erklärt Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW. „Wenn Schüler*innen in Mathematik und den Naturwissenschaften unterdurchschnittliche Kompetenzen erreichen und zugleich Schulqualität und berufliche Bildung zu den größten Schwachstellen zählen, muss endlich gehandelt werden.“

Positiv bewertet die Landesvorsitzende, dass die Bildungsausgaben pro Kind gestiegen sind und NRW in einzelnen Bereichen Fortschritte erzielt hat. Gleichzeitig liegen die Ausgaben pro Schülerin und Schüler an den Grundschulen weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt. Angesichts des dort besonders großen Personalmangels müsse das Land dringend handeln. „Der Grundstein für gute Basiskompetenzen wird in der Kita und in den Grundschulen gelegt“, betont Çelik. Umso wichtiger sei es, gerade dort für eine ausreichende personelle und finanzielle Ausstattung zu sorgen.

PISA-Studie und Bildungsmonitor betrachteten das Bildungssystem aus unterschiedlichen Perspektiven, führten aber zu einer gemeinsamen bildungspolitischen Frage: Was brauchen Kinder und Jugendliche, damit Förderung tatsächlich bei ihnen ankommt?

Lernstände frühzeitig zu erfassen und Förderbedarf verbindlich festzustellen, sei richtig. Entscheidend sei jedoch, was danach passiere.

„Diagnose muss in Förderung münden, sonst läuft sie ins Leere“, betont Çelik. „Für bessere Leistungen müssen in den Schulen endlich auch die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden: ausreichend qualifiziertes Personal, Zeit für individuelle Förderung und multiprofessionelle Zusammenarbeit sowie Ressourcen, die sich stärker am tatsächlichen Bedarf orientieren. Gerade Schulen in herausfordernden sozialen Lagen brauchen mehr Unterstützung.“

Die Debatte dürfe sich zudem nicht darauf reduzieren, welchen Beitrag Bildung zur Fachkräftesicherung und zum wirtschaftlichen Wachstum leistet. Bildung eröffne jungen Menschen Lebenschancen, gesellschaftliche Teilhabe und persönliche Entwicklung.

„Bildungsqualität und Chancengleichheit sind die beiden Seiten einer Medaille. Wer die eine verbessern will, muss in die andere investieren“, so Çelik abschließend.