Pressemitteilungen 11.09.2026

GEW-AKTIV-Tagung 2026 – „Bildung in Verantwortung“

Bildungsgewerkschaft
  • Autorin: Steffi Klaus
  • Funktion: Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Mail: Steffi.Klaus@gew-nrw.de
  • Tel.: 0201 - 29403-12

Demokratie stärken. Teilhabe verwirklichen.

Essen/Hagen - Wie kann Bildung demokratische Teilhabe sichern? Welche Verantwortung tragen Bildungseinrichtungen und ihre Beschäftigten angesichts wachsender gesellschaftlicher Polarisierung und zunehmender Angriffe auf demokratische Werte? Und welche Unterstützung brauchen sie dafür von der Politik? Über diese Fragen diskutieren heute und morgen rund 250 Gewerkschaftsmitglieder mit Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis auf der traditionellen GEW-AKTIV-Tagung in Hagen.

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Unter dem Motto „Bildung in Verantwortung – Demokratie stärken. Teilhabe verwirklichen.“ greift die GEW NRW den bildungspolitischen Leitantrag ihres Gewerkschaftstages auf und rückt die Bedeutung demokratischer Bildung in den Mittelpunkt. Gerade mit Blick auf den anhaltenden Erfolg rechtspopulistischer Parteien und die zunehmende Verbreitung demokratiefeindlicher Narrative sieht die GEW NRW Bildungseinrichtungen mehr denn je in einer Schlüsselrolle. 

„In Zeiten, in denen rechte Parteien politische Zusammenhänge gezielt verkürzen, emotionalisieren und gesellschaftliche Konflikte agitativ zuspitzen, stehen Bildungsbeschäftigte mehr denn je in der Verantwortung, demokratische Werte zu vermitteln und junge Menschen zu kritischem Denken zu befähigen“, erklärt die Vorsitzende der GEW NRW, Ayla Çelik. „Diese Verantwortung dürfen sie jedoch nicht allein tragen. Wer Demokratiebildung ernst nimmt, muss Lehrkräfte, Hochschulen und alle pädagogischen Beschäftigten mit Zeit, Ressourcen und klarer politischer Rückendeckung ausstatten. Demokratiebildung braucht verlässliche Rahmenbedingungen – und den entschlossenen Willen der Landesregierung, sie nachhaltig zu stärken.“

Einen besonderen Impuls setzt in diesem Jahr der Politikwissenschaftler und Erwachsenenbildner Prof. Dr. Klaus-Peter Hufer, der Ende der 1990er-Jahre das bundesweit bekannte „Argumentationstraining gegen Stammtischparolen“ entwickelt hat. Sein Konzept befähigt Menschen dazu, diskriminierenden, populistischen oder demokratiefeindlichen Äußerungen argumentativ entgegenzutreten, anstatt zu schweigen.  Auf der GEW-AKTIV-Tagung geht Hufer der Frage nach, welche Antworten demokratische Bildung auf eine politische Kommunikation geben kann, die gezielt mit Vereinfachungen, Emotionalisierung und Feindbildern arbeitet.

Für die GEW NRW muss Demokratiebildung als durchgängige Aufgabe aller Bildungseinrichtungen verstanden werden – von der Kita über die Schule und Hochschule bis zur Weiterbildung. Demokratische Teilhabe wird dort gelernt, wo Mitbestimmung gelebt, Vielfalt geschützt und soziale Gerechtigkeit erfahrbar wird. Dafür braucht es gute Arbeitsbedingungen, ausreichend Personal und eine verlässliche Bildungsfinanzierung.

Die GEW-AKTIV-Tagung bietet regelmäßig Raum für Austausch und Vernetzung zwischen ehrenamtlich Engagierten, Wissenschaft und Politik. Ziel ist es, gemeinsam Perspektiven zu entwickeln, wie demokratische Bildung gestärkt, Teilhabe verwirklicht und gute Bildungsarbeit nachhaltig gesichert werden kann.

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie muss jeden Tag neu gelernt, erlebt und verteidigt werden“, so Ayla Çelik. „Bildungseinrichtungen sind dafür unverzichtbare Orte. Wer eine starke Demokratie will, muss in Bildung investieren und den Menschen, die sie täglich gestalten, den Rücken stärken.“