Pressemitteilungen 23.06.2026

Deutsches Schulbarometer 2026 bestätigt GEW-Frühjahrsreport 2025

Arbeits- und GesundheitsschutzBelastung
  • Autorin: Steffi Klaus
  • Funktion: Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Lehrkräfte brauchen gute Rahmenbedingungen und Selbstwirksamkeit

Essen – Die aktuellen Ergebnisse des Deutschen Schulbarometers bestätigen die Befunde des GEW-Frühjahrsreports 2025 zur psychischen Gesundheit an Schulen in Nordrhein-Westfalen.

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„Dass das Schulbarometer nun bundesweit zu denselben Ergebnissen kommt, wie unsere Befragung von mehr als 6.200 Beschäftigten an Schulen, ist nicht überraschend“, erklärt Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW: „Unsere Studie hat bereits gezeigt: Die Lehrkräfte sind hoch motiviert, identifizieren sich mit ihrem Beruf und verfügen über eine hohe Resilienz – gleichzeitig arbeiten sie unter Bedingungen, die zu emotionaler Erschöpfung und dauerhafter Überlastung führen. Das Schulbarometer 2026 bestätigt nun eindrucksvoll: Es arbeiten die richtigen Menschen in einem System, das sie tagtäglich an die Belastungsgrenze bringt.“ 

Auch dort werden das Verhalten und die zunehmenden sozialen sowie pädagogischen Herausforderungen der Schüler*innen, steigender Zeitdruck und eine hohe Arbeitsbelastung als zentrale Belastungsfaktoren beschrieben. Gleichzeitig bleibt die Berufszufriedenheit der Lehrkräfte hoch.

Die sich zunehmend verschärfende Situation in Nordrhein-Westfalen ist laut Ayla Çelik nicht verwunderlich: „In NRW treffen die Belastungen in den Schulen auf gesellschaftliche Entwicklungen, die den pädagogischen Alltag zusätzlich erschweren. Die steigende Armutsquote im Ruhrgebiet und in vielen Kommunen des Landes führt dazu, dass Schulen immer häufiger Aufgaben übernehmen müssen, die weit über ihren eigentlichen Bildungsauftrag hinausgehen. Lehrkräfte kompensieren soziale Ungleichheit, Integrationsaufgaben und fehlende Unterstützungsstrukturen – häufig ohne ausreichende personelle oder zeitliche Ressourcen.“

Mit großer Besorgnis blickt die Bildungsgewerkschaft auf aktuelle Bildungsdaten. Der Anteil der Schüler*innen, die eine allgemeinbildende Schule ohne Abschluss verlassen, ist im Abgangsjahr 2025 auf 4,2 Prozent und damit auf den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre gestiegen.  

Aus Sicht der GEW NRW ist dies Ausdruck einer seit Jahren unzureichenden Priorisierung von Bildungspolitik. Nordrhein-Westfalen belegt in bundesweiten Vergleichen regelmäßig hintere Plätze bei der Bildungsfinanzierung. Die öffentlichen Bildungsausgaben liegen im Verhältnis zu den Gesamtausgaben unter dem Bundesdurchschnitt, ebenso die Ausgaben pro Grundschüler*in. 

„Angesichts steigender Kinderarmut, wachsender sozialer Ungleichheit und zunehmender Belastungen in den Schulen müssen wir von der Sparpolitik Abstand nehmen, weil sie nicht nur ein Vehikel darstellt, wenn es um Bildungsgerechtigkeit geht, sondern die Gesundheit der Beschäftigten außer Acht lässt“, mahnt Ayla Çelik.  „Ich bin überzeugt, gute Schulen entstehen nicht durch Appelle an die Belastbarkeit der Lehrkräfte, sondern durch verlässliche Investitionen in Menschen, Zeit und Unterstützungssysteme.“