

Was ist die Kommission Generationenwechsel und welche Aufgabe hat sie?
Die Kommission Generationenwechsel der GEW NRW beschäftigt sich mit der Frage, wie der Übergang zwischen den Generationen innerhalb der Gewerkschaft nachhaltig gestaltet werden kann. Hintergrund ist, dass viele langjährig aktive Kolleg*innen in den kommenden Jahren ihre Funktionen abgeben, während gleichzeitig junge Mitglieder häufig nur schwer den Weg in die aktive Gewerkschaftsarbeit finden.
Die Aufgabe der Kommission ist es daher, bestehende Strukturen zu analysieren und Vorschläge zu entwickeln, wie junge Mitglieder besser angesprochen, willkommen geheißen und dauerhaft eingebunden werden können. Dabei geht es nicht nur darum, Nachwuchs zu gewinnen, sondern auch um den Dialog zwischen den Generationen, um Wissenstransfer, gegenseitige Wertschätzung und eine lebendige, zukunftsfähige Gewerkschaftskultur.
Warum ist das Thema Generationenwechsel für die GEW NRW so wichtig?
Eine starke Gewerkschaft lebt vom Engagement ihrer Mitglieder. Wenn Erfahrungen, Kompetenzen und Netzwerke aktiver Kolleg*innen verloren gehen, wenn sie ihre Ämter niederlegen oder ihre Aufgaben abgeben, schwächt das langfristig die Handlungsfähigkeit der Organisation.
Gleichzeitig bringen junge Mitglieder neue Perspektiven, Themen und Arbeitsweisen ein, die für eine moderne Interessenvertretung unverzichtbar sind. Der Generationenwechsel ist deshalb kein kurzfristiges Projekt, sondern eine strategische Aufgabe. Ziel ist es, Kontinuität zu sichern und gleichzeitig Raum für Veränderung zu schaffen.
Welche Ziele hat die Kommission Generationenwechsel bisher erreicht?
Die Kommission hat das Thema Generationenwechsel innerhalb der GEW NRW sichtbar gemacht und als Querschnittsaufgabe etabliert. Sie hat Diskussionen angestoßen, wie Willkommens- und Beteiligungskultur verbessert werden können, und Impulse für konkrete Maßnahmen gegeben. Dazu zählen unter anderem Überlegungen zur besseren Ansprache junger Mitglieder, zur stärkeren Einbindung bei Gewerkschaftstagen sowie zur Frage, wie Übergaben von Funktionen transparenter und planbarer gestaltet werden können. Wichtig ist dabei: Der Generationenwechsel soll aktiv gestaltet werden – nicht erst dann, wenn Lücken entstehen.
Die Kommission hat das Konzept der Willkommenskultur installiert und Konzepte beziehungsweise Leitlinien entwickelt, wie Neumitglieder – besonders junge – besser in den gewerkschaftlichen Strukturen aufgenommen werden können, um die aktive Arbeit kennenzulernen, zum Beispiel durch Informations- und Mentoringstrukturen. Sie hat im Rahmen dessen eine Broschüre mit einer Handreichung zur Umsetzung entwickelt. In diesem Rahmen gab es auch immer wieder Workshops bei der jährlich stattfindenden Tagung GEW Aktiv, die sich an aktive Mitglieder richtet.
Ein weiteres Beispiel ist das Projekt 1 + 1 – zusammen zum Gewerkschaftstag, bei dem jüngere Delegierte motiviert wurden, an Gewerkschaftstagen teilzunehmen, ohne ältere Kolleg*innen auszuschließen. Durch dieses Angebot konnte der Anteil junger Delegierter erhöht werden. Auch die Einführung des Erstrederechts für den Gewerkschaftstag ist von der Kommission entwickelt worden. Dadurch werden Kolleg*innen bei der Redeliste priorisiert, die das erste Mal einen Wortbeitrag leisten.
Was steht aktuell ganz oben auf dem To-do-Zettel der Kommission?
Ein zentrales Anliegen bleibt die Schaffung niedrigschwelliger Zugänge zur aktiven Mitarbeit. Viele junge Mitglieder haben Interesse an gewerkschaftlicher Arbeit, wissen aber nicht, wo und wie sie sich einbringen können, oder scheuen langfristige Verpflichtungen.
Langfristige Ideen sind daher:
- klarere Einstiegswege in die Gremien- und Projektarbeit
- Begleit- und Mentoringangebote für neue Aktive
- flexiblere Beteiligungsformate, die sich mit Beruf, Ausbildung und Familie vereinbaren lassen
- mehr Transparenz darüber, wie Entscheidungen zustande kommen und wo Mitwirkung möglich ist
Der Generationenwechsel soll dabei als gemeinsamer Prozess verstanden werden, an dem alle Altersgruppen beteiligt sind.
Was soll in nächster Zeit konkret umgesetzt werden?
In nächster Zeit sollen vor allem praktische Ansätze weiterentwickelt werden. Dazu gehören unter anderem:
- die Weiterentwicklung von Willkommenskonzepten für neue Mitglieder
- bessere Informationsangebote über Mitmachmöglichkeiten
- stärkere Vernetzung junger Aktiver auf Bezirks- und Landesebene
- Unterstützung von Projekten, in denen junge Perspektiven gezielt eingebracht werden
Dabei arbeitet die Kommission eng mit bestehenden Strukturen der GEW NRW zusammen.
Wo können sich junge, interessierte Mitglieder melden, wenn sie sich einbringen möchten?
Ein zentraler Anlaufpunkt ist die junge GEW NRW. Sie bietet Raum für Austausch, politische Diskussion und erste Schritte in die gewerkschaftliche Arbeit. Darüber hinaus ist Engagement auch möglich über:
- örtliche Kreis- und Stadtverbände
- Fachgruppen oder Arbeitskreise
- Regionalgeschäftsstellen der GEW NRW
Der Weg in die aktive Mitarbeit ist bewusst offen gestaltet. Engagement kann projektbezogen, zeitlich begrenzt oder langfristig erfolgen – je nach persönlicher Situation und Interesse.







