

Was waren deine ersten Schritte in der GEW NRW?
Tim Abel: Ich bin seit meinem Referendariat 2014 Mitglied in der GEW NRW. Richtig aktiv geworden bin ich erst später durch eine Kollegin an meiner Schule. Als Teammitglied im Vorstand des Stadtverbands hat sie mich angesprochen und mein Interesse für die Gewerkschaftsarbeit geweckt. Anfangs hatte ich kaum eine Vorstellung davon, was mich erwartet. Aber es gab eher wenig männliche und kaum jüngere Mitglieder im Stadtverband – das wollte ich ändern.
Was hat dich motiviert, dich aktiver im Stadtverband einzubringen und dich als örtlicher Personalrat zur Wahl zu stellen?
Tim Abel: Das kam Schritt für Schritt: Ich habe erst mal intensiver in die Stadtverbandsarbeit hereingeschnuppert. Ende 2019 habe ich zunächst vertretungsweise als Personalrat angefangen. Zu Beginn meiner Personalratstätigkeit habe ich an Sitzungen teilgenommen, mich mit Abläufen vertraut gemacht und erste Aufgaben wie die Protokollführung oder Organisatorisches übernommen. Das war für mich ein sehr guter Einstieg – und jeder Schritt hat mich motiviert, wieder neue Aufgaben zu übernehmen.
Meine Erfahrung zeigt, dass der direkte Kontakt von Mensch zu Mensch am besten funktioniert, um andere für ehrenamtliche Aufgaben zu begeistern.


Du bist jetzt in deiner zweiten Amtsperiode als Personalrat und weiterhin im Stadtverband aktiv. Welche Aufgaben übernimmst du konkret?
Tim Abel: Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Als Personalrat nehme ich regelmäßig an Sitzungen teil und habe viele Beratungsgespräche, zum Beispiel zu neuen Berufsgruppen wie den Fachkräften in Multiprofessionellen Teams (MPT), zu Um- oder Eingruppierungen oder auch dem Startchancen-Programm. Der zeitliche Aufwand ist sehr unterschiedlich und Anfragen werden oft stoßweise gestellt. Da gibt es Phasen mit vielen Besprechungen oder Schulbesuchen.
Aber dafür sind die Freistellungsstunden ja vorgesehen. Für den Stadtverband betreue ich zudem den Instagram-Kanal und bin in den Schulen vor Ort, um zum Beispiel Flyer zu verteilen oder in Gesprächen auf unsere GEW-Arbeit hinzuweisen. Außerdem haben wir einige Onlineberatungsangebote und Telefonsprechstunden aufgebaut, zum Beispiel zu den Themen Mutterschutz und Elternzeit.
Was ist dir bei deinem Engagement besonders wichtig?
Tim Abel: Für mich persönlich ist besonders das Hintergrundwissen wertvoll, das ich im Rahmen meiner Funktion als Personalrat mitnehme. Das wäre so im normalen Schulalltag gar nicht möglich und ich verstehe viele Strukturen oder Prozesse viel besser. Dadurch ist es mir möglich, Lehrkräfte und Schulleitungen gezielter zu unterstützen. Außerdem ist das immer größer werdende Netzwerk toll für den Erfahrungsaustausch.
In der Stadtverbandsarbeit geht es mir vor allem darum, gerade jüngere Kolleginnen und Kollegen anzusprechen und die Arbeit der GEW sichtbarer zu machen. Wenn wir etwas bewirken wollen, brauchen wir Menschen aller Altersklassen, die unsere gemeinsamen Interessen vertreten.
Meine Erfahrung zeigt, dass hier der direkte Kontakt von Mensch zu Mensch am besten funktioniert, um andere für diese ehrenamtlichen Aufgaben zu begeistern. Natürlich kostet das viel Zeit, aber die persönliche Kommunikation ist einfach das beste Instrument. Das Kollegium ist dabei ein wichtiger Schlüssel. Ich bin viel an Schulen unterwegs und führe viele Gespräche – dabei entsteht oft der erste Zugang zur GEW NRW.
Du bist in diesem Jahr zum ersten Mal auf dem dreitägigen Gewerkschaftstag dabei. Mit welchen Erwartungen fährst du dorthin?
Tim Abel: Zunächst einmal finde ich es wichtig, dass ich als jüngeres Mitglied teilnehme, um unsere Generation vor Ort zu repräsentieren und neue Sichtweisen einzubringen. Es ist unerlässlich, dass die verschiedenen Perspektiven auf dem Gewerkschaftstag einfließen. Beispielsweise unterscheidet sich der Berufseinstieg junger Lehrer*innen heute deutlich von dem früherer Generationen, das muss mitgedacht werden. Außerdem bin ich einfach neugierig, wie der Gewerkschaftstag ablaufen wird, und hoffe, dass ich anschließend die Abläufe besser verstehe.
Welche Tipps hast du für andere jüngere Mitglieder, die überlegen, sich zu engagieren?
Tim Abel: Erstens: Einfach mal reinschnuppern und sich mit den verschiedenen Aufgabenfeldern vertraut machen. Viele Kolleg*innen wissen gar nicht, was zum Beispiel die Arbeit im Stadtverband bedeutet, und haben deshalb Sorge vor einer zu hohen Belastung.
Zweitens: Gezielt Themen suchen, die einen interessieren oder die einen selbst betreffen. Dann bringt man oft schon viel eigenes Wissen mit, was die Vereinbarkeit enorm erleichtert – bei mir waren das zum Beispiel in der Phase der Familiengründung die Themen Mutterschutz und Elternzeit.
Und drittens: Themenfelder übernehmen, die einem sowieso Spaß machen. Für mich ist die Arbeit für unseren Instagram-Kanal keine Mehrbelastung, sondern etwas, das ich gern mache.
teilnehme, um unsere Generation vor Ort zu repräsentieren und neue Sichtweisen einzubringen. Es ist unerlässlich, dass die verschiedenen Perspektiven auf dem Gewerkschaftstag einfließen. Beispielsweise unterscheidet sich der Berufseinstieg junger Lehrer*innen heute deutlich von dem früherer Generationen, das muss mitgedacht werden. Außerdem bin ich einfach neugierig, wie der Gewerkschaftstag ablaufen wird, und hoffe, dass ich anschließend die Abläufe besser verstehe.
Was kann die GEW NRW aus deiner Sicht noch tun, um junge Mitglieder besser zu unterstützen?
Tim Abel: Viele wichtige Themen sind zwar bereits in der Öffentlichkeit präsent, ich würde mir aber noch mehr aktive Werbung und ganz konkrete Aufrufe der GEW NRW wünschen. Wir wollen jüngere Generationen gezielt ansprechen und deutlich machen, dass Mitmachen erwünscht ist. Am Ende geht es ja auch um deren Interessen, und das sollte deutlich gesagt werden.







