Zum Scheitern der zweiten Verhandlungsrunde erklärt Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW: „Es ist höchste Zeit für ein klares Signal! Seit Jahren tragen die Beschäftigten im Bildungsbereich die Folgen struktureller Unterfinanzierung mit stetig wachsender Arbeitsbelastung, hoher Verantwortung und permanenter Improvisation. Trotz sinkender Inflationsraten bleiben die Lebenshaltungskosten auf einem hohen Niveau. Das heißt: Unsere Forderungen zielen nicht auf Luxus, sondern auf existenzsichere Löhne, von denen man leben kann, und Arbeitsbedingungen, die dauerhaft gesund halten. Gute Arbeit im Bildungsbereich muss schließlich ein gutes Leben ermöglichen!“
Neben den geforderten Entgeltanpassungen drängen die Gewerkschaften auf verbindliche tarifliche Regelungen für studentische Beschäftigte. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu Lehre, Forschung und Verwaltung, arbeiten jedoch häufig unter prekären Bedingungen: befristete Verträge, unsichere Arbeitszeiten und eine Bezahlung, die kaum zum Leben reicht. „Ein vollwertiger Tarifvertrag ist kein Entgegenkommen, sondern längst überfällig und sozialpolitisch geboten“, betont Ayla Çelik. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben Beschäftigte in dieser Woche an mehreren Universitäten in Nordrhein-Westfalen ihre Arbeit niedergelegt. Diese Warnstreiks sind ein klares Zeichen: Die Geduld ist begrenzt.
„Über die Bedeutung von Bildung herrscht politisch Einigkeit: Beste Bildungschancen für unsere Kinder und Jugendliche, starke Hochschulen, exzellente Lehre und Forschung. Wer diese Ziele ernst nimmt, muss die Menschen, die Bildung täglich möglich machen – in Kitas, Schulen und Hochschulen – angemessen bezahlen und ihnen verlässliche Arbeitsbedingungen garantieren!“
Hintergrund:
In der aktuellen Tarifrunde verhandeln die Gewerkschaften mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über die Bezahlung von rund 2,6 Millionen Beschäftigten der Länder bundesweit. Etwa die Hälfte der Beschäftigten arbeitet im Bildungsbereich – an Schulen, Hochschulen und Landes-Kitas (z.B. in Berlin). Darunter 245.000 angestellte und 684.000 verbeamtete Lehrkräfte. Im Organisationsbereich der GEW wird für mehrere Beschäftigtengruppen verhandelt – darunter Lehrkräfte an Schulen, Sozialpädagoginnen und Erzieherinnen im Sozial- und Erziehungsdienst der Länder sowie Hochschullehrende und studentische Beschäftigte. Die Tarifverhandlungen sind am 3. Dezember 2025 gestartet. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 11./ 12.Februar in Potsdam geplant.
Mehr Informationen zur Länder-Tarifrunde TV-L 2025/26 finden Sie auf unserer Website:
gew-nrw.de/tarifrunde-tv-l-2025/26







