Pressemitteilungen 10.04.2026

Anstieg der Gewalt gegen Lehrkräfte

Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Autor Dr. Dr. Kenneth Rösen
  • Funktion Vertretung der Pressesprecherin
  • Mail keneth.roesen@gew-nrw.de

GEW NRW fordert umfassende Schutzmaßnahmen

In den letzten zehn Jahren hat die Gewalt gegen Lehrkräfte kontinuierlich zugenommen. Die GEW NRW fordert präventive Maßnahmen.

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Essen – Die noch unveröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), die der dpa vorliegt, zeigt einen deutlichen Anstieg der Gewalt gegen Lehrkräfte. Die Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW NRW, Ayla Çelik, betont: „Die aktuellen Zahlen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik zeigen deutlich: Gewalt gegen Lehrkräfte ist ein ernstes und zunehmendes Problem. Jeder einzelne Vorfall ist einer zu viel. Entscheidend ist jetzt, dass Lehrkräften der Rücken gestärkt wird und Gewaltvorfälle konsequent, schnell und verbindlich bearbeitet sowie geahndet werden.

Gleichzeitig ist eine differenzierte Betrachtung notwendig: Die PKS bildet nur angezeigte Straftaten ab und zeigt damit lediglich das Hellfeld. Viele Vorfälle – insbesondere verbale und psychische Gewalt – werden nicht erfasst. Eine langjährige Forderung der GEW NRW an das Schulministerium ist daher, die Einrichtung eines vereinfachten Meldesystems. Das Meldeverfahren bei Gewalt gegenüber Beschäftigten muss leicht handhabbar, digital und rechtssicher sein.“

Die PKS weist über die letzten zehn Jahre eine beständige Zunahme aus, die nur durch die Corona-Pandemie unterbrochen wurde. „Parallel müssen den Schulen die Ressourcen, vor allem Zeitressourcen, und Unterstützungssysteme zur Verfügung gestellt werden, die ihnen ermöglichen, gelingend und nachhaltig Präventionsarbeit zu gestalten. Schulen müssen handlungsfähig werden – gerade im Umgang mit Konflikten und herausfordernden Situationen. Ein deeskalierendes, wertschätzendes Miteinander muss im schulischen Alltag eingeübt und professionell begleitet werden. Ziel muss es sein, über klare Interventionskonzepte, flächendeckende Fortbildungen zu Deeskalation sowie eine bessere Ausstattung von Schulsozialarbeit und Schulpsychologie dafür zu sorgen, dass Schule ein Ort der Beziehung, Teilhabe und Unterstützung bleibt. Nur so werden Lehrkräfte und Schüler*innen geschützt – und genau das ist aus meiner Sicht einer der Kernaufträge der Bildungspolitik“, so Çelik weiter.

Die Gewerkschafterin sieht nun die Politik gefordert, nachhaltig zu handeln: „Wir dürfen dabei nicht aus dem Blick verlieren, dass Gewalt an Schulen oft Ausdruck gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen ist – etwa familiärer Belastungen oder problematischer Einflüsse durch soziale Medien. Der DGB weist mit seiner Kampagne „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ auf den grundsätzlichen Anstieg hin. Umso wichtiger ist es, dass Politik und Schulträger jetzt entschlossen handeln. Für Beschäftigte und für die Schüler*innen müssen Schulen angstfreie, sichere Orte sein, an denen Gewalt keinen Platz hat.“