Neuigkeiten 26.01.2022

Weiße Fahnen an den Grundschulen setzen Zeichen

Sorge, Frust und auch Wut auch über das Chaosmanagement des Schulministeriums

42 Schulen setzen ein unübersehbares Zeichen: Sie brauchen Entlastung und kein zusätzliches Chaosmanagement des MSB

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38 der 56 Wuppertaler Grundschulen hängten heute am 26.1.2022 weiße Fahnen in die Schulfenster. Sie setzen damit erneut ein Zeichen dafür, dass sie sich allein gelassen fühlen mit den nicht mehr zu stemmenden Aufgaben, die von ihnen ohne Unterstützung bewältigt werden müssen. Sorge, Frust und Erschöpfung machen sich überall bemerkbar.
Die Omikron-Welle verschärft die Situation in den Grundschulen nochmals. An manchen Schulen fielen 80% der Pool-Tests positiv aus, die Einzelergebnisse ließen immer länger auf sich warten. Viele Familien mussten tagelang mit der Ungewissheit leben, welche Kinder aus einer Klasse betroffen sind.

In dieser Situation teilten die Labore den Schulen am 25.1.2022 gegen 7 Uhr morgens schlicht mit, die positiven Pools könnten nicht mehr aufgelöst und verarbeitet werden, man solle auf Handlungsanweisungen des Schulministeriums warten. Doch die kamen erst um 22.15 Uhr und sollen ab dem 26.1.2022 zu Schulbeginn gelten.

Das Chaos ist perfekt

Die Schulen werden angewiesen, die Kinder der positiv getesteten Pools mit Selbsttest zu überprüfen. Ein qualitativ besseres Testverfahren wird also durch ein weniger gutes Testverfahren über-prüft und das in seiner Situation, wo bekannt ist, dass positiv getestete Kinder in der Gruppe sind.

Außerdem wird der Lolli-PCR-Test insgesamt eingestellt und durch Selbsttests ersetzt. Doch die Erfahrungen zeigen, dass Grundschulkinder in der Regel nicht in der Lage sind, die Teststäbchen so tief in die Nase einzuführen, wie es nötig ist. Wie sollen 30 Kinder eines 1. Schuljahres es im Klassenraum mit einer Lehrkraft hinkriegen, das Stäbchen in die Nase zu führen, mehrere Tropfen in die Testvorrichtung zu tropfen und dann noch ein valides Ergebnis zu bekommen? Und wie werden die Beschäftigen in den Schulen dabei geschützt?

Wo bleibt das vorausschauende Handeln des Schulministeriums?

Das fragen sich die Schulen schon lange. Die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts um jeden Preis kann keine Lösung sein, zumal die Klassen sich weiter leeren wegen der hohen Infektionszahlen und der Kranken- und Quarantänestand im Personal ständig zunimmt. Das will das Ministerium aber wohl nicht wahrhaben.