AKBV_1706THEATER

Theaterstück Berufsverbote: "Die Vergessenen"

Am 28.01.1972 wurde der sogenannte Radikalenerlass von der Konferenz der Ministerpräsidenten unter Vorsitz von Bundeskanzler Willy Brandt verabschiedet. Im Kontext der 68er Bewegung sollte dieser "Extremistenbeschluss" eine "kommunistische Unterwanderung" im öffentlichen Dienst verhindern.

Plätze verfügbar
Mitbestimmung Recht und Gesetz Sonstige GEW-Mitglieder
17.
Jun. 2024
16.45 - 19.00 Uhr
Düsseldorf
Min.

Am 28.01.1972 wurde der sogenannte Radikalenerlass von der Konferenz der Ministerpräsidenten unter Vorsitz von Bundeskanzler Willy Brandt verabschiedet. Im Kontext der 68er Bewegung sollte dieser "Extremistenbeschluss" eine "kommunistische Unterwanderung" im öffentlichen Dienst verhindern. Die politische Gesinnung von über eine Million Angehörenden oder Bewerber:innen des öffentlichen Dienstes wurde mit geheimdienstlichen Mitteln überprüft. Es kam zu zahlreichen Entlassungen und Berufsverboten. Schon die Teilnahme an einer Demonstration oder das Anfertigen eines Flugblatts konnte ausreichen, um als Verfassungsfeind deklariert zu werden. Die Betroffenen sahen sich plötzlich mit existenziellen Problemen konfrontiert. Das Gesetz und seine Praxis führte nicht nur zu absurden und willkürlichen Urteilen, sondern war in seiner Konzeption zutiefst demokratiefeindlich. Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte stellte 1995 in einem Einzelfall einen klaren Verstoß gegen die Versammlungs- und Meinungsfreiheit fest. Im Jahr 2022 findet der 50. Jahrestag der Berufsverbotepraxis statt. Der Radikalenerlass ist in einigen Bundesländern tatsächlich noch in Kraft, auch wenn die Anwendung mittlerweile eher eine Ausnahme ist. Jedoch hat eine gesellschaftliche und wissenschaftliche Aufarbeitung nicht stattgefunden. Die Betroffenen fordern weiterhin ihre vollständige Rehabilitierung und finanzielle Entschädigung. Die Lesung "Die Vergessenen" nährt sich der Thematik im Spagat zwischen persönlichen Geschichten und gesellschaftlichen Strukturen und Mechanismen.

 

Konzeption: Geremia Carra, Janosch Roloff

Regie: Janosch Roloff

Schauspiel: Soraya Abtahi, Felix Höfner, Anne K. Müller, Asim Odobašsic

Licht: Marek Mauel

 

 

Mitglieder: 0€

Ermäßigt (Studierende): 6€

Nichtmitglieder: 11€

 

 

Für organisatorische Fragen verfügbar (Mail bevorzugt):

Jan Wappler

Verwaltung

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Landesverband Nordrhein-Westfalen

Nünningstraße 11

45141 Essen

Mail: Jan.Wappler@gew-nrw.de

Tel: 0201/ 29 403 – 23

Termin:

17.06.2024 | 16.45 - 19.00 Uhr

Teilnahmebeitrag:

6,- Euro (GEW-Mitglieder ermäßigt)
11,- Euro (Nichtmitglieder)