Unterstützung bei Schwerbehinderung

Der Personenkreis, auf den sich Behinderung, Gleichstellung oder Schwerbehinderung beziehen, ist in Paragraf 2 Absatz 1 des neunten Sozialgesetzbuches (SGB IX) festgelegt: „Menschen sind laut § 2 Abs. 1 SGB IX behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist.“ Die GEW NRW und ihre Schwerbehindertenvertretungen der verschiedenen Schulformen treten für die Rechte dieser Personengruppen an Schulen ein und informieren über das Thema.

Ansprechpartner*innen

Ansprechpartner*innen in den Schwerbehindertenvertretungen

Lehrkräfte an Berufs- und Weiterbildungskollegs, Gymnasien, Gesamt-, Gemeinschafts-, Sekundar- und PRIMUS-Schulen sowie Realschulen wenden sich bei der Bezirksregierung an die Schwerbehindertenvertretungen der entsprechenden Schulform.

Lehrkräfte an Grund-, Haupt- und Förderschulen sowie Schulen für Kranke wenden sich an die örtlichen Schwerbehindertenvertretungen ihres Schulamtsbezirks. Der zuständige Personalrat informiert über die Schwerbehindertenvertretung der Bezirksregierungen beziehungsweise des Schulamtsbezirks.

Lehrkräfte an Ersatz- und Privatschulen müssen sich an die Schwerbehindertenvertretungen des jeweiligen Trägers wenden. Gibt es eine solche nicht, ist die Personalabteilung zuständig.

Das Schulministerium des Landes NRW hat dazu eine Liste von Kontaktdaten der Hauptvertrauensleute der verschiedenen Schulformen zusammengestellt.

Rechtliche Grundlagen

Rechte behinderter Menschen

Rechtliche Grundlagen zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen sind im Bundesgesetz des neunten Sozialgesetzbuches (SGB IX) zu finden. Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat den Gesetzestext veröffentlicht. Das Land NRW hat spezielle Richtlinien zum SGB IX für Landesbedienstete herausgebracht, die 2016 ergänzt wurden (BASS 21-06 Nr. 1). Die Anlage zwei der Richtlinien enthält besondere Hinweise für den Bereich schwerbehinderter Lehrkräfte.

In den Bezirken Düsseldorf und Köln wurden für den Bereich der Lehrkräfte Integrationsvereinbarungen – mit Gesprächsleitfaden für Jahres- und Teilhabegespräche – zwischen der Dienststelle, den Personalräten und den Schwerbehindertenvertretungen der Schulformen getroffen.

Antrag auf Anerkennung

Anerkennung einer Behinderung

Der Antrag auf Anerkennung einer Behinderung wird  grundsätzlich bei der Kommune gestellt. Mit der Bekanntgabe des Antrags beim Arbeitgeber gelten Arbeitnehmer*innen als „schwerbehindert unter Vorbehalt“. Sobald sie den Arbeitgeber – in der Regel die Schulleitung – informiert haben, besteht ein Anspruch auf die entsprechenden Rechte.

Menschen, die einen Behinderungsgrad von 30 oder 40 nachweisen können, dürfen zudem unter bestimmten Voraussetzungen bei der Agentur für Arbeit einen Antrag auf Gleichstellung mit schwerbehinderten Menschen stellen. Die GEW NRW empfiehlt in allen Fällen, Kontakt mit der Schwerbehindertenvertretung aufzunehmen.

Nachteilsausgleiche

Wesentliche Nachteilsausgleiche für behinderte Menschen

Um sich über die Gesamtsituation behinderter Mitarbeiter*innen zu informieren, müssen Vorgesetzte ein Einzelgespräch anbieten. Darin können folgende individuelle Regelungen zu Arbeitszeit und Pausen, Ermäßigung der Pflichtstunden, Vertretungsunterricht, schwerbehindertengerechter Gestaltung des Arbeitsplatzes, Bereitstellung von Arbeitshilfen, Fortbildung sowie Schulwanderungen und Schulfahrten vereinbart werden. Menschen, die nach längerer Krankheit wieder einsteigen wollen, können sich zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) und zur stufenweisen Wiedereingliederung im Schullexikon informieren.

Ausbildung, Prüfung und Einstellung

Besondere Regeln für Ausbildung, Prüfung und Einstellung

Das Ausbildungsverhältnis und der Vorbereitungsdienst sind so zu gestalten, dass schwerbehinderte Menschen die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben können, ohne dass sie infolge ihrer Behinderung unzumutbar belastet werden. Das kann die Wahl des Ortes für die schulpraktische Lehrerbildung (ZfsL) oder der Schule ebenso betreffen wie organisatorische Absprachen und technische Arbeitsplatzhilfen. Auch sind Nachteilsausgleiche bei der Prüfung möglich.

Das Land NRW will schwerbehinderte und gleichgestellte Lehrkräfte auch weiterhin bevorzugt einstellen – dies ist in der Richtlinie zur Durchführung der Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen im öffentlichen Dienst festgelegt. Das betrifft sowohl das Auswahl- als auch das Listenverfahren. Die Schwerbehindertenvertretung ist bei den Einstellungsverfahren beteiligt. Deshalb sollten sich behinderte Menschen schon vorher dort melden.

Handreichungen

Wertvolle Informationen der GEW NRW und der Hauptvertrauensleute

Die Hauptvertrauensleute haben umfangreiche Handreichungen zur Information für schwerbehinderte Lehrkräfte, Personalräte, Schulleitungen, Dienstvorgesetzte, Beauftragte des Arbeitgebers und andere sowie für die Beratungstätigkeit der Schwerbehindertenvertretung zusammengestellt. Außerdem gibt es eine spezielle Handreichung für Lehrerräte sowie eine weitere zielgruppenspezifische Handreichung für Schulleitungen.

Die Broschüre „Schwerbehinderte Lehrkräfte im Schuldienst“ der GEW NRW kann in den Onlineshops des NDS Verlags und der GEW NRW bestellt werden.

Noch Fragen?

Ehrenamtliche Expertin

Angelika Meinhold

Hauptamtliche Expertin

Ute Lorenz

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