Verordnung über die sonderpädagogische Förderung (AO-SF)

Die Verordnung über die sonderpädagogische Förderung, den Hausunterricht und die Schule für Kranke (AO SF) fasst die zentralen Regelungen zur sonderpädagogischen Förderung in NRW in einem einzigen Text zusammen.

Die Situation

Ein Kind im dritten Schuljahr kann trotz vielfacher Fördermaßnahmen nicht gemäß den Lehrplänen der Grundschule gefördert werden. Die Grundschullehrkraft möchte ein Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs einleiten. Was ist zu beachten?

Rechtslage im Überblick

Die Verordnung über die sonderpädagogische Förderung, den Hausunterricht und die Schule für Kranke (AO-SF) fasst die zentralen Regelungen zur sonderpädagogischen Förderung in NRW in einem einzigen Text zusammen. Sie ist daher mehr als eine reine Ausbildungs- und Prüfungsordnung. Sie regelt auch die Voraussetzungen und das Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs, zur Festlegung der Förderschwerpunkte sowie des Förderortes. Sie definiert außerdem den Stufenaufbau der Förderschulen und der Schule für Kranke. Verwaltungsvorschriften ergänzen die AO-SF.

Ausbildungs- und Prüfungsordnungen wie die AO-SF werden vom Schulministerium (mit Zustimmung des Schulausschusses im Landtag) erlassen und sind für Lehrkräfte verbindlich. Das Schulgesetz (siehe Stichwort Schulgesetz) von Nordrhein-Westfalen enthält in § 52 die Rechtsgrundlage für die Ausbildungs- und Prüfungsordnungen. Grundlegende Vorschriften zur sonderpädagogischen Förderung sind in den §§ 19 bis 21 des Schulgesetzes zu finden.

Förderschwerpunkte

Schwerpunkte der sonderpädagogischen Förderung sind Lernen, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, Hören und Kommunikation, Sehen, Geistige Entwicklung sowie Körperliche und motorische Entwicklung.

Förderorte

Orte der sonderpädagogischen Förderung sind die allgemeinen Schulen (allgemein bildende Schulen und Berufskollegs), die Förderschulen und die Schulen für Kranke. Sonderpädagogische Förderung findet in der Regel in der allgemeinen Schule statt. Die Eltern können abweichend hiervon die Förderschule wählen.

Abschlüsse

Die sonderpädagogische Förderung hat im Rahmen des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schulen das Ziel, die Schüler*innen mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung zu den Abschlüssen zu führen, die dieses Gesetz vor-sieht (zielgleich). Für den Unterricht gelten grundsätzlich die Unterrichtsvor-gaben (§ 29 Schulgesetz) für die allgemeine Schule sowie die Richtlinien für die einzelnen Förderschwerpunkte.

Im Förderschwerpunkt Lernen und im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung werden die Schüler*innen zu eigenen Abschlüssen geführt (§ 12 Abs. 4 Schulgesetz). Dies gilt auch für Schüler*innen, bei denen daneben weitere Förderschwerpunkte festgestellt sind. Im Förderschwerpunkt Lernen ist der Erwerb eines dem Hauptschulabschluss gleichwertigen Abschlusses möglich.

Auf aktuelle Fassung achten

Die sonderpädagogische Förderung wird – nicht erst in Zeiten der Diskussion über Inklusion – regelmäßig reformiert, die AO-SF verändert und der aktuellen Gesetzeslage angepasst. Die aktuellste Fassung ist vom 29.09.2014 und ist in der BASS 13-41 Nr. 2.1, die Verwaltungsvorschriften zur Verordnung über die sonderpädagogische Förderung (AO-SF) sind im Amtsblatt 10/2015, S. 461, veröffentlicht.

Info

Verordnung über die sonderpädagogische Förderung, den Hausunterricht und die Schule für Kranke (Ausbildungsordnung sonderpädagogische Förderung - AO-SF)

Stand: Januar 2016