Schulwanderung, Schulfahrt und Klassenfahrt

Schulwanderungen, Schullandheimaufenthalte, Unterrichtsgänge, Studienfahrten, internationale Begegnungen etc. sind Schulveranstaltungen, die das Schulleben in vielfacher Weise bereichern und pädagogisch äußerst wertvoll sind.

Rechtslage im Überblick

Fragen zu Schulwanderungen, Schulfahrten und Klassenfahrten werden in den Erlassen (BASS) geregelt:

  • Richtlinien für Schulwanderungen und Schulfahrten, Wanderrichtlinien (WRL)
  • Abschluss von Beförderungs- und Beherbergungsverträgen

Die Schule entscheidet über die Durchführung von Schulwanderungen und Schulfahrten in eigener Verantwortung. Den entsprechenden Rahmen einschließlich Höchstdauer und Kostenbegrenzung legt die Schulkonferenz fest (§ 65 Abs. 2 Nr. 6 SchulG). Die Schulmitwirkungsgremien Schulpflegschaft, Schülerrat und Lehrerkonferenz sind vor der Beschlussfassung zu befragen. Die Kostenobergrenze ist niedrig zu halten. Bei einer Dauer von mehr als zwei Wochen muss der darüber hinausgehende Teil in die Ferien gelegt werden. Für Schüler*innen des Berufskollegs (Teilzeitform und Blockunterricht) dürfen im Schuljahr bis zu zwei Unterrichtstage in Anspruch genommen werden.

Die Klassenpflegschaft beziehungsweise die Jahrgangsstufenpflegschaft entscheidet über Ziel, Programm und Dauer der Veranstaltung. Die Klassen- beziehungsweise Kursleitung hat das Vorschlagsrecht. Der von der Schulkonferenz gesetzte Rahmen ist zu beachten. Bei mehrtägigen Veranstaltungen und bei Veranstaltungen, die mit erhöhten finanziellen Belastungen verbunden sind, ist die Entscheidung in geheimer Abstimmung zu treffen.

Schulfahrten genehmigt die Schulleitung auf der Grundlage eines Antrages (Formblatt). Sie genehmigt auch die Dienstreise oder den Dienstgang. Für den/die Schulleiter*in erteilt die Schulaufsichtsbehörde die Dienstreisegenehmigung.

Auf die besonderen Belange von Schüler*innen mit Behinderung ist Rücksicht zu nehmen. Von der Teilnahme befreite Schüler*innen nehmen in der Regel am Unterricht von parallelen Lerngruppen teil. Sonntags und an kirchlichen Feiertagen ist die Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch zu geben. Auf sonstige religiöse Vorschriften (zum Beispiel Speiseorschriften) ist Rücksicht zu nehmen.

Vertragsabschluss

Verträge mit Beförderungs- und Beherbergungsunternehmen werden im Namen der Schule und nicht im eigenen Namen der/des Lehrer*in oder im Namen der Erziehungsberechtigten abgeschlossen. Das soll auch nach außen erkennbar sein. Die Lehrkraft darf im Namen der Schule nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Schulleitung handeln beziehungsweise Verträge abschließen. Die Schulleitung handelt im Auftrag des Schulträgers. Soweit sich der Schulträger die Genehmigung vorbehält, ist er zuvor zu beteiligen.

Aufsicht, Gefahrvermeidung und Unfallverhütung

Art und Umfang der Aufsicht haben sich nach den jeweiligen Gegebenheiten zu richten. Bei schwierigen Aufsichtsverhältnissen sowie bei mehrtägigen Veranstaltungen ist in der Regel eine weitere Begleitperson mitzunehmen. Bei mehrtägigen Veranstaltungen, an denen Schüler*innen teilnehmen, ist eine weibliche Begleitung grundsätzlich erforderlich. Außer Lehrer*innen können auch andere geeignete Personen – zum Beispiel Erziehungsberechtigte oder volljährige Schüler*innen – als weitere Begleitung beauftragt werden.

Kostenerstattung

Angestellte und beamtete Lehrkräfte erhalten Reisekostenerstattung für Schulwanderungen und Schulfahrten. Lehrkräfte dürfen nicht auf die Kostenerstattung verzichten.

Die GEW meint

Reisekostenerstattung für Lehrkräfte ist die Aufgabe des Dienstherrn und kann nicht durch Drittmittel ersetzt werden. Wenn es keine ausreichenden Landesmittel dafür gibt, dann können die Fahrten nicht stattfinden.

Info

  • BASS 14-12 Nr. 2 (Richtlinien für Schulwanderungen und Schulfahrten, Wanderrichtlinien – WRL) und BASS 14-12 Nr. 3 (Abschluss von Beförderungs- und Beherbergungsverträgen)
  • Weitere Infos über Schulfahrten auf der Seite des Schulministeriums NRW

 Stand: Januar 2016