Gleichstellungsbeauftrage und Ansprechpartner*in für Gleichstellungsfragen

Geschlechterdemokratie ist eine grundgesetzlich verankerte Zielsetzung, die auch für die Schule gilt, aber weder gesamtgesellschaftlich noch im Bereich Schule erreicht ist. Die GEW als Bildungsgewerkschaft setzt sich für ein gleichberechtigtes Geschlechterverhältnis auch und gerade im Schulbereich ein. Konkret betrifft dies zwei Handlungsfelder 

  • die Gleichstellung der beschäftigten Lehrer*innen als beschäftigungspolitisches Prinzip sowie
  • die Mädchen- und Jungenförderung durch koedukativen und auch geschlechtergetrennten Unterricht als pädagogische Prinzipien.

Rechtslage im Überblick

Die Gleichstellungspolitik wird in NRW rechtlich untermauert durch das Landesgleichstellungsgesetz (LGG). Das Gesetz gilt für den öffentlichen Dienst, also auch für den gesamten Schulbereich in nicht privater Trägerschaft. Für den Schulbereich sind auf der Grundlage des LGG Gleich-stellungsbeauftragte im Schulministerium, in den Bezirksregierungen und Schulämtern benannt, die als Fachfrauen auf die Umsetzung der Gleichstellungspolitik achten. In der Schule selbst, die noch keine Dienststelle darstellt, werden die Gleichstellungsbeauftragten durch „Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen“ vertreten § 15 LGG. Da die Gleichstellung Aufgabe der Schulleitung ist, wird die Tätigkeit der Ansprechpartnerin für Gleichstellungs-fragen im Schulgesetz in § 59 rechtlich geregelt.

Arbeit der GEW in der Gleichstellungspolitik

Die GEW unterstützt die Arbeit der Ansprechpartner*innen, um Gleichstellung in den Schulen zu verwirklichen. Gleichzeitig machen wir auch unsere Personalräte stark für die Gleichstellungspolitik, indem wir ihnen Fachbroschüren zur Unterstützung ihrer Arbeit an die Hand geben. Wir bieten regelmäßig für die Ansprechpartner*innen für Gleichstellungsfragen Fortbildungen unter dem Titel „Fit für die Gleichstellung" an. Daneben führen wir Fachtagungen durch und stehen natürlich auch für persönliche Beratung zur Verfügung. In einem Arbeitsbereich wie der Schule, in dem zwei Drittel der Beschäftigten Frauen sind, setzen wir uns insbesondere dafür ein, dass sich dies auch in den Aufstiegsmöglichkeiten für Lehrer*innen widerspiegelt. Mädchen- und Jungenförderung in der koedukativen Schule ist für die GEW ein weiterer Schwerpunkt für die Durchsetzung der Geschlechterdemokratie. In Zukunft wird auch das Thema Schulversagen als schwerpunktmäßiges Jungenproblem verstärkt zu behandeln sein.

Info

Stand: Januar 2016