Einstellung

Die Chancen, in den Schuldienst des Landes NRW eingestellt zu werden, haben sich in der zurückliegenden Zeit deutlich verändert. Unter anderem deshalb, weil sich verstärkt ein Lehrer*innenmangel in allen Bereichen abzeichnet.

Die Situation

Viele Lehrkräfte gehen in den Ruhestand und aufgrund der notwendigen Beschulung von Flüchtlingskindern ist ein Bedarf an Lehrkräften für Deutsch als Zweitsprache (DAZ), Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache oder Lehrkräfte, die sich bereit erklären einen Zertifikatskurs DAZ/DAF zu machen, festzustellen. Auch werden sogenannte „Seiteneinsteiger“, d. h. nicht vollständig ausgebildete Lehrkräfte insbesondere für Mangelfächer in den Schuldienst des Landes eingestellt.

Mögliche Einstellungen erfolgen regelmäßig zum Unterrichtsbeginn des neuen Schuljahres und zum Halbjahresbeginn, aber auch immer häufiger während des Schuljahres. Alle Schulen können wöchentlich im Internet jeweils mittwochs ihre Stellenausschreibungen veröffentlichen. Zunehmend werden die Stellen im schulbezogenen Ausschreibungsverfahren und nur als Reststellen im landesweiten Listenverfahren vergeben.

Rechtsgrundlagen

Die Einstellung als Lehrkraft in NRW erfolgt nach Eignung, Befähigung und Leistung, Artikel 33 Absatz 2 Grundgesetz (GG). Der Erlass zur Einstellung von Lehrer*innen in den öffentlichen Schuldienst des Landes Nordrhein-Westfalen, BASS 21-01 Nr. 16, regelt die Einzelheiten der Einstellung wie Ausschreibungsverfahren, Auswahlgespräch, Einstellungsangebote, die Ordnungsgruppensystematik und die Auswahlgrundsätze.

Gemäß § 57 Abs. 3 Schulgesetz (SchulG) werden Lehrkräfte in der Regel verbeamtet, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  1. Deutsche Staatsangehörigkeit im Sinne des § 116 GG bzw. Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union
  2. Eintreten für die freiheitlich-demokratische Grundordnung (Abgabe der Belehrung und Erklärung)
  3. Laufbahnbefähigung (Grundsätzlich Masterabschluss und 2. Staatsprüfung oder Anerkennung für das Lehramt der jeweiligen Schulform)
  4. Charakterlich geeignet (Grundsätzlich keine Vorstrafen und kein laufendes Ermittlungsverfahren)
  5. Eintragungsfreies Führungszeugnis und Unterschrift unter der Annahme des Einstellungsangebotes, in dem eine entsprechende Erklärung aufgenommen ist
  6. Gesundheitlich geeignet (Gesundheitszeugnis, in dem bescheinigt wird, dass die Lehrkraft für eine Berufung in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit geeignet ist und nicht mit vorzeitiger Zurruhesetzung aus Gesundheitsgründen zu rechnen ist; bei Schwerbehinderten muss lediglich bescheinigt werden, dass die Lehrkraft in der Lage ist, ihr Tätigkeit als Lehrer*in auszuüben).
  7. Kein Überschreiten der Höchstaltersgrenze (42 Jahre plus bis zu 6 Jahre, falls Hinausschiebensgründe wie z.B. Elternzeit vorliegen; Schwerbehinderte 45 Jahre)

Bei Fehlen dieser Voraussetzungen ist die Einstellung ins Angestelltenverhältnis möglich.

Verfahren

Bewerber*innen mit voller Lehramtsbefähigung (2. Staatsexamen) müssen sich bei der bewerbungsführenden Bezirksregierung unter Angabe der Ausschreibungsnummer und Schule fristgerecht  bewerben. Außerdem übersenden sie der ausschreibenden Schule ebenfalls fristgerecht eine Bewerbungsmappe. Bewerber ohne volle Lehramtsbefähigung (ausgenommen Referendare kurz vor Ablegung des 2. Staatsexamens) senden ausschließlich eine Bewerbungsmappe an die Schule.

Bei der Erstbewerbung kann man angeben, ob man sich auch für das Listenverfahren bewirbt. Dabei können bis zu max. 24 Kreise bzw. kreisfreie Städte als Ortswünsche angegeben werden. Eine für das Listenverfahren abgegebene Bewerbung muss jährlich erneuert werden.

Die Bedeutung des Listenverfahrens ist deutlich gestiegen. Es wird inzwischen wieder eine nennbare Zahl per Liste vergeben und es soll auch wieder ein vorgezogenes Listenverfahren geben, an dem sich auch Referendar*innen beteiligen können, die noch gar nicht fertig sind. Diese Stellen sind dann beispielsweise zum 01.05. oder 1.11. ausgeschrieben und ermöglichen einen direkten Berufseinstieg.

Neben den Einstellungsmöglichkeiten in Dauerbeschäftigung stehen den Dienststellen auch Mittel aus dem Programm „ Flexible Mittel für den Vertretungsunterricht“ oder als „Elternzeitvertretung“ zur Vergabe von befristeten Vertretungsbeschäftigungen zur Verfügung. Auch können wegen Beurlaubung, Elternzeit etc. zeitweise ausfallende Lehrkräfte durch befristet Beschäftigte ersetzt werden. Deshalb sollte auch immer Kontakt zu den Schulämtern bzw. Bezirksregierungen gehalten werden. Für diese befristeten Stellen ist es auch gut initiativ an die Schulen zu gehen, da ja die Schulen selber einstellen. Vertretungsstellen werden im Internet unter der Adresse www.verena.nrw.de veröffentlicht. Die Schule stellt über das Schulamt bzw. die Bezirksregierung ein. Jede befristete Beschäftigung verbessert unter Umständen die Einstellungsmöglichkeiten in den Einstellungsverfahren.

Informationen und Terminübersichten zu allen Lehrereinstellungsverfahren sowie die konkreten Stellenausschreibungen können auf der Internetseite des Schulministeriums unter www.leo.nrw.de aufgerufen werden. Dort finden sich auch verschieden Rechtsinformationen zur Einstellung.

Für den Seiteneinstieg als Lehrkraft (ohne die Lehramtsvoraussetzungen) gibt es die Seite LOIS - Online.NRW

Die GEW NRW rät

Rechtzeitig bewerben und regelmäßig die gebotenen Einstellungsmöglichkeiten erkunden. Die GEW-Personalräte bei den Bezirksregierungen und Schulämtern unterstützen Sie bei Anfragen sehr gerne und geben Ihnen wertvolle Tipps.

Die GEW NRW meint

Das Ausschreibungsverfahren gibt den Schulen die Möglichkeit in Bezug auf das Anforderungs- und Schulprofil geeignete Lehrkräfte auszuwählen. Aus Gründen der Chancengleichheit für die Bewerber*innen sollte eine auf eine Person zugeschnittene Ausschreibung vermieden werden.

Info

Stand: Januar 2016