Sabbatjahr (Teilzeitbeschäftigung im Blockmodell)

Die Dienstrechtsreform 2016 hat unter anderem das Ziel verfolgt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Aus diesem Grund wurde auch die Teilzeitbeschäftigung im Blockmodell (früher Sabbatjahr genannt) reformiert:

Die Teilzeitbeschäftigung im Blockmodell ist eine besondere, zeitlich befristete Form der Teilzeitbeschäftigung. Der gesamte Zeitraum kann bis zu sieben Jahre umfassen. Die Bezahlung während dieses Zeitraums ist stets gleich, die konkrete Wochenstundenzahl ändert sich je nach gewähltem Modell. Alle Regelungen gelten für Beamt*innen und Tarifbeschäftigte (§ 65 Landesbeamtengesetz (LBG)  und § 11 Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L)).

Im Regelfall ist die Teilzeitbeschäftigung im Blockmodell eine besondere Form der voraussetzungslosen Teilzeitbeschäftigung nach § 63 LBG. Aber auch Teilzeitbeschäftigung aus familiären Gründen nach § 64 LBG und Familienpflegezeit nach § 67 LBG können im Blockmodell bewilligt werden. Bei einer Teilzeitbeschäftigung aus familiären Gründen im Blockmodell kann die Ermäßigung der Arbeitszeit oder die ununterbrochene Freistellung auch schon zu Beginn oder während des Bewilligungszeitraums in Anspruch genommen werden. Bei einer Familienpflegezeit im Blockmodell erfolgt die Ermäßigung der Arbeitszeit während der Pflegephase zu Beginn des Bewilligungszeitraums.

Neben der bisher bekannten Form des Sabbatjahrs können auch andere Varianten gewählt werden, die sich in Dauer und zeitlicher Lage zum Beispiel der Freistellungsphase unterscheiden. Diese kann stets auch unmittelbar vor dem Eintritt in den Ruhestand stattfinden. Die Mindestdauer der Ansparphase und der Ermäßigungs- oder Freistellungsphase beträgt jeweils ein Schulhalbjahr.

Beispiel: Halbjahresmodell

  • Dauer: drei Schulhalbjahre
  • Gehalt: 2/3
  • Vollbeschäftigung: zwei Halbjahre
  • Freistellung: ein Halbjahr

oder

  • Dauer: vier Schulhalbjahre
  • Gehalt: 3/4
  • Vollbeschäftigung: drei Halbjahre
  • Freistellung: ein Halbjahr

Beispiel: zweijährige Freistellung

  • Dauer: sechs Jahre
  • Gehalt: 2/3
  • Vollbeschäftigung: vier Jahre
  • Freistellung: zwei Jahre

Für teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte gelten diese Regelungen sinngemäß; Beamt*innen dürfen dabei allerdings nicht unterhälftig arbeiten. Für Angestellte gilt dies nicht.

Auswirkungen und vorzeitige Beendigung

Das Gehalt wird anteilig während der gesamten Laufzeit gezahlt. Beihilfe und Krankenversicherung sind für den gesamten Zeitraum gewährleistet. Die Alters- und Schwerbehindertenermäßigungen richten sich nach der jeweiligen Unterrichtsverpflichtung. Der Antritt der Elternzeit, einer Beurlaubung aus familiären Gründen, einer Familienpflegezeit oder einer Pflegezeit unterbricht die voraussetzungslose Teilzeit im Blockmodell.

Wenn sich die privaten – zum Beispiel die finanziellen Lebensverhältnisse ändern, ist eine Änderung der Teilzeitvereinbarung beziehungsweise der Abbruch grundsätzlich möglich.

Ablehnung des Antrages

Bei beabsichtigter Ablehnung des Sabbatjahres muss im Einzelfall geprüft werden, ob dienstliche Belange entgegenstehen. Der Personalrat hat bei einer beabsichtigten Ablehnung ein Mitbestimmungsrecht.

Info

Stand: Juni 2018