Zum 1. Mai: Bildung ist der Schlüsselfaktor

DGB-Diskussion „Partei ergreifen“ am Tag der Arbeit: „Chancen für Kinder“

In kaum einem anderen Land ist der Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Bildungserfolg so eng wie in Deutschland. Die Bekämpfung der Bildungsungleichheit steht für die Bildungsgewerkschaft GEW ganz oben auf der politischen Agenda.
Zum 1. Mai: Bildung ist der Schlüsselfaktor

Foto: Bert Butzke

„Bildung ist ein Schlüsselfaktor gegen soziale Benachteiligung. Wir müssen viel mehr tun, um die Talente und Potentiale unserer Kinder optimal zu fördern und bestmögliche Bildung für den Abbau sozialer Ungleichheit zu bieten. Wir brauchen mehr Chancen für unsere Kinder, die Politik ist gefordert“, sagte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer bei einem Round-Table-Gespräch im Festpielhaus Recklinghausen, zu dem der DGB Emscher-Lippe und die Ruhrfestspiele am 1.Mai nachmittags eingeladen hatten.

Land und Kommunen müssten, unterstützt vom Bund, mehr in Bildung investieren. Gerade Kitas und Schulen, die in einem schwierigen sozialen Umfeld arbeiten, benötigten mehr Personal und zusätzliche Ressourcen für die Förderung der Kinder und Jugendlichen. Die GEW spreche sich auch, so die GEW-Landesvorsitzende, für eine Gebührenfreiheit in der frühkindlichen Bildung aus. „Kitas müssen kostenfrei sein, ebenso Ganztagsangebote und Nachmittagsbetreuung an den Schulen. Wir benötigen mehr Ressourcen für den Ausbau des Ganztags. Auch das ist eine Frage der Bildungsgerechtigkeit“, betonte Schäfer. Kritisch sah sie das Projekt der Landesregierung zur Einrichtung von Talentschulen in NRW: „Es ist zu kurz gedacht, jetzt mit einigen Talentschulen ein Teilproblem zu lösen, was wir brauchen, ist ein ganzheitliches Konzept für unser Bildungssystem.“

Ein zentrales Problem an den Schulen sei der derzeit grassierende Lehrkräftemangel. „Die Hilferufe aus Duisburg, Gelsenkirchen und anderen Städten des Ballungsraumes Ruhrgebiet werden immer lauter. Auch das ist eine Frage der Bildungsgerechtigkeit, hier rasch und effektiv Abhilfe zu schaffen“, unterstrich Schäfer.

Mit Blick auf den diesjährigen gewerkschaftlichen Mai-Slogan „Europa. Jetzt aber richtig!“ sah die GEW-Landesvorsitzende weiteren Handlungsbedarf, um „gute Bildung in Europa“ zu verwirklichen. So schaffe das EU-Programm „europäische Jugendgarantie“ zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit bisher nur unbezahlte Praktika. Eine geplante Qualifizierungsgarantie werde aber bis heute nicht umgesetzt. Schäfer wörtlich: „Damit Jugendarbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung in Europa abgebaut werden, braucht es europaweit mehr Investitionen in gute Ausbildung und mehr Weiterbildungschancen.“

Berthold Paschert
Pressesprecher
berthold.paschert@gew-nrw.de
+49 1707319970

1. Mai 2019 im Zeichen der Europawahl