Zugang zu Bildung ermöglichen

Willkommenskultur erfordert Ressourcen

Lehrer*innen wollen heterogener und mehrsprachiger Schülerschaft gerecht werden. Dabei stoßen sie an Grenzen. GEW fordert Unterstützung.

Die GEW hält eine Umverteilung von Lehrerstellen aus bereits laufenden schulischen Integrationsmaßnahmen für keine "sachgerechte Lösung" und fordert zusätzliches Lehrerpersonal und mehr Mittel für die Beschulung von Flüchtlingskindern in sog. Internationalen Klassen. Um der heterogenen und mehrsprachigen Schülerschaft gerecht werden zu können, hält die Gewerkschaft es für erforderlich, die Klassenstärke in den Internationalen Klassen auf jeweils 15 Schüler*innen zu begrenzen.

Die GEW setzt sich, so GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer, für eine gelebte Willkommenskultur im Bildungssystem ein. Ihr Appell an die Politik: "Flüchtlinge und Zugewanderte müssten möglichst zeitnah und intensiv gefördert und unterstützt werden, um den Zugang zur Bildung zu eröffnen." Diese Aufgabe aller Schulformen und des gesamten Bildungssystems erfordere entsprechende Ressourcen. Lehrkräfte müssten auch durch Psycholog*innen und Sozialarbeiter*innen unterstützt werden, da vor allem die Flüchtlinge teilweise traumatische Erlebnisse zu verarbeiten hätten. Schäfer wörtlich: "Die Kolleg*innen berichten von schwierigen Verhältnissen. Sie wollen allen Kindern gerecht werden und kommen an die Grenze ihrer Belastbarkeit."

In einem gleichlautenden Schreiben an die Vorsitzenden der Regierungsfraktionen, Norbert Römer (SPD) und Reiner Priggen (Bündnis 90/Die Grünen), hatte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer jüngst appelliert, den "Ausbau der Personalstärke für die Beschulung" von Flüchtlingskindern durch eine Änderung im Entwurf für den Landeshaushalt für das Jahr 2015 abzusichern.

"Uns ist bewusst, dass die Bereitstellung von zusätzlichen Mitteln, aber auch von zusätzlichen Lehrerstellen eine große Herausforderung für das Land darstellt", heißt es in dem Schreiben der GEW-Landesvorsitzenden. "Vorhandene Integrationsstellen von anderen, nach wie vor dringend notwendigen Maßnahmen abzuziehen, kann jedoch nicht die Lösung sein." Auch andere Kinder, z.B. von zugezogenen Familien aus EU-Ländern, benötigten zusätzliche Sprachkurse oder andere unterstützende Maßnahmen.