Schluss mit Blockadepolitik!

VKA trägt Verantwortung für unbefristeten Kita-Streik

Die GEW fordert die Vereinigung kommunaler Arbeitgeber (VKA) auf, endlich den Weg für eine tarifliche Vereinbarung zur besseren Eingruppierung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst frei zu machen und ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Mit ihrer Blockadepolitik trage die VKA, so der Vorwurf der GEW, den Tarifkonflikt auf dem Rücken der Eltern und ihrer Kinder aus. Anlässlich der heutigen Mitgliederversammlung der kommunalen Arbeitgeber*innen in Frankfurt haben die Gewerkschaften zu Streik- und Protestaktionen der Beschäftigten in der Mainmetropole aufgerufen. Auch aus NRW sind zahlreiche GEW-Streikende dabei.

GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer betonte heute in Essen: „Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) muss sich endlich bewegen. Angesichts sprudelnder Steuerquellen ist das Gejammer der Arbeitgeber*innen über leere Kassen und überzogene Forderungen der Gewerkschaften nicht nachzuvollziehen. Wir wollen eine generelle Aufwertung des Berufsfeldes Sozial- und Erziehungsdienst.“

Die GEW-Landesvorsitzende äußerte großes Verständnis für die Forderung vieler Eltern, die auf ein Ende des Erzwingungsstreiks, mittlerweile in der dritten Woche, drängen. Schäfer wörtlich: „Wir wissen um den Stress, den der Streik bereitet. Das ist die bittere Konsequenz, wenn die Arbeitgeber*innen meinen, das Problem aussitzen zu können.“ Trotz der schwierigen Umstände sei die Solidarität in großen Teilen der Elternschaft und ihrer Vertretungen sowie in der Öffentlichkeit ungebrochen. „Mittlerweile fragen sich schon große Tageszeitungen im Ausland, wo denn bitte das Problem ist, Erzieher*innen und Sozialpädagog*innen in Deutschland angemessen zu bezahlen.“

Info: Die Forderungen der Gewerkschaften haben ein Gesamtvolumen, nach dem die Gehälter der SuE-Beschäftigten im Durchschnitt um zehn Prozent steigen. Die Gewerkschaften wollen die Beschäftigtengruppen in der SuE-Gehaltstabelle höher eingruppieren.

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes hatten mit der VKA seit Ende Februar über den Eingruppierungstarifvertrag für die rund 240.000 kommunalen Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst verhandelt. Zuvor hatten sie die Entgeltordnung (EGO) für den SuE-Bereich zum Jahreswechsel 2014/15 gekündigt. Nachdem fünf Verhandlungsrunden ergebnislos geblieben waren, hatten die Gewerkschaftsgremien die Verhandlungen Ende April für gescheitert erklärt und die Urabstimmung der Mitglieder eingeleitet. Ver.di- und GEW-Mitglieder votierten mit überwältigender Mehrheit für unbefristete Streiks.