Ressourcen für Schulentwicklung sind zwingend

Qualitätsanalyse: Nachsteuerung erforderlich

Die GEW begrüßt die Neuausrichtung der schulischen Qualitätsanalyse in NRW, hält aber Nachsteuerungen für erforderlich. Um ihre volle Wirksamkeit zu entfalten, werden auch ausreichend Ressourcen benötigt. Andernfalls, so die Warnung der GEW, werden in einem tendenziell unterfinanzierten Schulsystem die gewünschten Entwicklungsprozesse an mangelnden personellen und sächlichen Voraussetzungen scheitern.

„Schulische Selbstständigkeit und Eigenverantwortung wie auch die Pflicht zu Qualitätsentwicklung mit Evaluation sind eine wichtige Grundlage für gute Schule. Die von Schulministerin Löhrmann initiierte Neuausrichtung und das Verfahren der ‚schrittweisen Implementierung‘ sind aus unserer Sicht grundsätzlich sinnvoll“, bekräftigt GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer die Haltung der Gewerkschaft zur Qualitätsanalyse anlässlich der Anhörung zum Thema am morgigen Mittwoch im Schulausschuss des Landtages. Gegenstand der parlamentarischen Beratung ist ein Antrag von SPD und Grünen zum Thema „Qualitätsanalyse – wichtiger Baustein für die Schulqualität“.

Aus Sicht der Gewerkschaft müssen Regierung und Parlament in fünf Handlungsfeldern agieren und umsteuern, um die Qualitätsanalyse voll zur Wirkung kommen zu lassen. Vordringlich sei dabei eine nachhaltige Unterstützung der Schulen. Schäfers Diagnose: „Es fehlt eindeutig an guter und systemischer Unterstützung der Schulen nach der Qualitätsanalyse. Allzu häufig führt die Nachfrage bei der zuständigen Schulaufsicht, bei Kompetenzteams oder anderen externen Expert*innen in eine Sackgasse.“ Wenn Rot-Grün von einer „Trias von Organisations-, Personal- und Unterrichtsentwicklung“ rede, so Schäfer, sei dies „Wunschdenken“ und „weit von der täglichen Realität der Schulen und Schulleitungen entfernt“.

Die GEW fordert endlich die Entwicklung eines schulbezogenen Sozialindexes für NRW als Grundlage für kompensatorisches Handeln beim Abbau schulischer Defizite. Bildungswissenschaft und Sozialforschung liefern nach Beobachtung der GEW seit Jahren dafür die entsprechenden Instrumentarien. Schäfer appelliert diese auch zu nutzen: „Der Politik sollte es nicht länger an Mut oder an Bereitschaft fehlen, hier initiativ zu werden.“

Die GEW-Landesvorsitzende drängt darauf, den "Referenzrahmen Schulqualität" stärker und schneller zur Grundlage der schulrechtlichen Vorgaben zu machen und unterstreicht: „Schulen brauchen ein klares und in sich stimmiges Raster." Viele Regelungen schulischen Arbeitens seien noch nicht angepasst, was nicht hinzu-nehmen sei.

Auch die regelmäßige Herausgabe eines Länderberichts zur Qualitätsanalyse hält die GEW für wünschenswert. Er könne eine gute Grundlage für eine transparente Zieldiskussion oder für eine breite Debatte über die zur Erreichung der Ziele erforderlichen Maßnahmen sein.

Insgesamt, so das abschließende Fazit Schäfers, biete die Neuausrichtung der Qualitätsanalyse dann gute Chancen, wenn sie auch Folgen für die einzelne Schule habe. Schäfer wörtlich: "Ressourcen für Schulentwicklung sind zwingend, wie z.B. die Gewährung von mehr Anrechnungsstunden und ein besseres Fortbildungssystem.“