Politik muss G8 entschlossen weiterentwickeln

Erwartetes Ergebnis der Volksinitiative

Die GEW bekräftigt angesichts des erwartbaren Ergebnisses der Volksinitiative ihre Forderung an die Politik, die Bildungsgänge am Gymnasium zielgerichtet und entschlossen weiterzuentwickeln, um die Entlastung der Schüler*innen zu gewährleisten. Dabei muss das Schulministerium - wie am Runden Tisch erprobt - im Dialog Lösungen entwickeln und die Schulen bei der Umsetzung besser als bislang unterstützen.

Für einen grundsätzlichen Kurswechsel in der Frage G 8 / G 9 sieht die GEW dagegen derzeit keinen Anlass. "Wir bleiben dabei, keine Rolle rückwärts zum alten Halbtagsgymnasium mit 13 Schuljahren", erklärte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer in Essen. Die GEW setze auf unmittelbare Verbesserungen, langfristig aber auf die Beseitigung von strukturellen Konstruktionsfehlern der Schulzeitverkürzung. Schäfer wörtlich: "Wir wollen für das Gymnasium perspektivisch eine sechsjährige Sekundarstufe I und eine Oberstufe, die zwei, drei oder vier Jahre umfassen kann. Dazu brauchen wir einen verbindlichen Ganztag. Letztlich müssen alle Gymnasien schrittweise zu Ganztagsgymnasien ausgebaut werden." Die Entwicklung der Gymnasien zu Schulen mit gebundenem Ganztag war aus Sicht der GEW eine der pädagogisch sinnvollsten Reformen dieser Schulform in den letzten Jahren.

Bei dem vom Schulministerium vorgelegten Maßnahmenkatalog zur Umsetzung von Empfehlungen des Runden Tisches sieht die GEW noch Verbesserungsmöglichkeiten. "Wir wollen, dass Schüler*innen effektiv entlastet werden und Lehrkräfte nicht mit neuen Problemen bei der Umstellung konfrontiert werden", sagte Schäfer.