Keine Rolle rückwärts – Sorgen ernst nehmen!

Runder Tisch Schulzeitverkürzung

"Die Frage lautet nicht 'G 8 oder G 9'. Schulpolitik erfordert Differenzierung und Ernsthaftigkeit," sagt Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der GEW angesichts des Runden Tisches. "Ein Zurück zum alten Halbtagsgymnasium mit 13 Schuljahren bis zum Abitur kann es aus Sicht der Bildungsgewerkschaft nicht geben; offenkundige Mängel im derzeitigen G 8 müssen allerdings beseitigt werden."

Aus Sicht der GEW muss die Landespolitik kurzfristig drei Baustellen in den Blick nehmen, um G 8 in seiner jetzigen Form einer Reparatur und Weiterentwicklung zu unterziehen. Gymnasien in NRW brauchen den verbindlichen Ganztag und alle Gymnasien müssen schrittweise zu Ganztagsgymnasien werden. Für die Umstellung des Lehrens und Lernens an Gymnasien auf der Grundlage Kompetenz-orien­tierter Kernlehrpläne müssen die Lehrerinnen und Lehrer besser unterstützt werden. Hier mangelt es an systematischer Unterstützung und guter Fortbildung. Schulrechtlich ist zudem zu ermöglichen, dass am Gymnasium die Vergabe des mittleren Schulabschlusses nach der zehnten Klasse möglich wird.

"Bayern ist nicht NRW. In NRW gibt es mehr als 300 Schulen, die in 13 Jahren zum Abitur führen", so Schäfer weiter. Hektische Reformschritte verbieten sich daher. Für eine langfristige Reform müssen aus Sicht der GEW folgende Kernpunkte Berücksichtigung finden: Die Sekundarstufe I umfasst an allen Schulformen sechs Jahre. Eine Reform der Gymnasialen Oberstufe ist erforderlich. Bundesweit ist dabei zu klären, wie viele Unterrichtsstunden und wie viele Schuljahre dafür erforderlich sind. Schü­lerinnen und Schüler benötigen unterschiedlich lange Lernwege. Ein gutes Schulsystem bietet unterschiedlich 'schnellen' Schülerinnen und Schüler diese Möglichkeiten.