Gymnasium behutsam weiterentwickeln

Runder Tisch: GEW begrüßt Ergebnisse als ersten Schritt

In den am Runden Tisch verabredeten ‚Empfehlungen zur Schulzeitverkürzung am Gymnasium‘  sieht die GEW eine gute Grundlage für eine Entlastung der Schüler*innen und für effektive Ver­besserungen des Lehrens und Lernens am Gymnasium. „Heute machen wir den ersten Schritt“, erklärte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer vor der Sitzung des Runden Tisches zur Schulzeitverkürzung im Schulministerium in Düsseldorf, „weitere Reformen müssen für die Schulform Gymnasium in den kommenden Jahren folgen.“ 

Die Rolle rückwärts zum alten Halbtagsgymnasium mit 13 Schuljahren bis zum Abitur sei offenkundig beim Runden Tisch nicht mehrheitsfähig gewesen. Schäfer: „Das ist gut so. Die Vorstellung, jedes Kind könne nach der Schule nach Hause gehen und dort optimale Betreuung zum Weiterlernen vorfinden, hat doch mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Das ist das Gegenteil von Chancengleichheit – für berufstätige Eltern und für Kinder aus bildungsfernen Familien.“ 

Langfristig hält die GEW weitere und grundlegende  Reformschritte am Gymnasium für erforderlich. „Wir müssen wieder dahin kommen, dass die Sekundarstufe I an allen Schulformen einheitlich sechsjährig ist und alle Bildungsabschlüsse der Sekundarstufe I am Gymnasium vergeben werden können“, so Schäfer weiter. Zudem sei eine umfassende Reform der Gymnasialen Oberstufe von Nöten, die unterschiedlich lange Lernwege ermögliche. 

Mit Blick auf die differenzierte Schullandschaft in NRW verwies Schäfer abschließend auf Alternativen zu G 8. Ein gutes Schulsystem biete Schüler*innen, die unterschiedlich lange Lernwege benötigten, vielfältige Möglichkeiten, diese individuell zu beschreiten. Schäfer abschließend: „In NRW gibt es mehr als 300 Schulen, die in 13 Jahren zum Abitur führen.