Gegen prekäre – für „Gute Arbeit“

Gewerkschaftstag der GEW in Oberhausen

Die GEW macht sich stark für ‚Gute Arbeit‘ im Bildungsbereich. Leitbild für die Arbeit in Schulen, Hochschulen, sozialpädagogischen Einrichtungen und in der Erwachsenenbildung ist ein arbeits- und sozialrechtlich gesichertes Dauerarbeitsverhältnis mit Mindeststandards, was die tarifliche Bindung bei Entlohnung und Arbeitszeit betrifft. Prekäre Arbeit – so die Botschaft der GEW – hat in der Bildung keinen Platz.

Unter dem Motto ‚Gegen prekäre – für ‚Gute Arbeit‘ versammeln sich 400 Delegierte der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft am Samstag (25.10.) in der Luise-Albertz-Halle in Oberhausen und diskutieren die Leitlinien einer modernen gewerkschaftlichen Beschäftigungspolitik.

„Prekäre Beschäftigung in der Bildung nimmt in besorgniserregendem Maße zu. Beschäftigungsstandards erodieren, nicht zuletzt weil die Schulen und Bildungseinrichtungen unter massivem Druck stehen und am Personal gespart wird“, klagt GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. Die Zahl der befristet beschäftigten Lehrkräfte an den Schulen habe sich von 5.766 (Schuljahr 2001/2002) auf 13.766 (Schuljahr 2012/2013) drastisch erhöht. Bei der GEW mehren sich auch Klagen von frisch ausgebildeten Lehramtsabsolventen, die mangels Festanstellung auf kurzfristige Verträge und Teilzeitbeschäftigung ausweichen müssen. Unmittelbaren Handlungsbedarf sieht die GEW im schulischen Bereich bei der Festlegung von Mindeststandards für die personelle Ausstattung der Offenen Ganztagsschulen (OGS) und beim Einsatz von Schulsozialarbeiter*innen.

Seit Jahren setzt sich die GEW für ‚Gute Arbeit in der Wissenschaft‘ und für reguläre Beschäftigung in den Einrichtungen der Weiterbildung ein. Schäfer: „Wir wollen, dass die jungen Wissenschaftler*innen nach ihrer Promotion verlässliche Arbeitsperspektiven in Forschung und Lehre an unseren Hochschulen erhalten. Beschäftigte in der Weiterbildung brauchen soziale Sicherheit und eine Bezahlung nach Tarif.“

Eine engagierte Debatte wird es auch zum Thema bessere Bezahlung der Beschäftigten geben. Die GEW-Landesvorsitzende verwies auf zwei bedeutende tarifpolitische Vorhaben im nächsten Jahr: „Wichtiges Ziel ist der Tarifvertrag zur Eingruppierung der Lehrkräfte, damit endlich die Gerechtigkeitslücke in der Lehrerbezahlung geschlossen wird. Außerdem setzen wir uns für eine bessere Entgeltordnung im Sozial- und Erziehungsdienst ein.“ Durch eine höhere Grundeingruppierung soll das Einkommen der Beschäftigten in den sozialpädagogischen Einrichtungen angehoben werden.