Bessere Bedingungen und schulscharfer Sozialindex für NRWs Hauptschulen

Fachtagung der GEW NRW: Hauptschule 2.0

Bei der Bekämpfung von Bildungsarmut spielen die Hauptschulen in NRW eine bedeutende Rolle. Doch die Lehrkräfte leisten ihre herausfordernde pädagogische Arbeit unter schwierigsten Rahmenbedingungen und unter besonderen Belastungen. Die GEW NRW fordert faire Bedingungen und eine Weiterentwicklung des Sozialindexes für diese Schulform, um Ungleiches endlich ernsthaft ungleich zu behandeln.
Bessere Bedingungen und schulscharfer Sozialindex für NRWs Hauptschulen

Foto: iStock.com/Michael Luhrenberg

„Die Hauptschule ist in NRW zum preiswerten System für die Beschulung der Kinder geworden, die in den anderen Schulformen keine Chance haben. Die Mängelliste ist lang und die Landesregierung tut nichts. Das haben die Kolleg*innen, die hervorragende Arbeit leisten, und die Schüler*innen, die eine Bildungschance brauchen, nicht verdient“, klagte GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern auf dem Hauptschultag der GEW NRW in Dortmund.

Die Schulpolitik in NRW hat bei der Bekämpfung von Bildungsarmut kein Erkenntnis-, sondern ein Handlungsdefizit. „Es wird Zeit, dass die Politik sich hier endlich um gute und faire Bedingungen kümmert“, mahnte Maike Finnern. Schulträger, Land und Bund müssen endlich tätig werden und bessere Bedingungen schaffen. Maike Finnern wörtlich: „Wir fordern Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für alle.“ Was für die künftig 45 allgemeinbildenden Talentschulen in NRW gilt, nämlich ein Stellenzuschlag von 20 Prozent auf den Grundbedarf, muss auch für die anderen Schulen in besonderen sozialen Problemlagen gelten.

Die Vorsitzende der GEW NRW fasste die gewerkschaftlichen Forderungen zur Verbesserung der Lage an den Hauptschulen zusammen: „Wir brauchen eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung und mehr Anrechnungsstunden für die Arbeit neben dem Unterricht. Außerdem eine ausreichende Stellenbesetzung mit ausgebildeten Lehrkräften sowie eine bessere personelle Ausstattung mit Lehrkräften für Sonderpädagogik und Schulsozialarbeiter*innen.“ Nur mit kleineren Klassen kann eine individuelle Förderung aller Schüler*innen gewährleistet werden. Mehr Wertschätzung und weniger gesundheitliche Belastungen der Kolleg*innen sind dringend geboten: „Die Kolleg*innen arbeiten am Limit und darüber hinaus. Wir fordern mehr Gesundheitsschutz und eine Senkung der Belastungen.“ Jetzt ist zudem die Zeit für mehr Beförderungsämter und eine gerechte Besoldung nach A13Z für alle.

Berthold Paschert
Pressesprecher
berthold.paschert@gew-nrw.de
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