Ministerin Löhrmann auf GEW-Lehrerrätekongress

Beschäftigteninteressen bei Digitalisierung nicht vergessen

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Die technischen Möglichkeiten und sozialen Implikationen der Digitalisierung werden auch in der Bildungsgewerkschaft GEW breit diskutiert. Die Veränderung am Arbeitsplatz Schule steht dabei im Fokus: Online-Anmeldung, digitales Klassenbuch, Computer-Netzwerke und elektronischer Vertretungsplan – für viele Schulen ist dies bereits Realität, andere machen sich auf den Weg. Doch wie ist es um die Regeln der digitalen Kommunikation in Klassen- und Lehrerzimmern wie auch am heimischen Arbeitsplatz bestellt? Die GEW fordert verbindliche Regeln für Schulleitungen und Lehrkräfte.
„Die Möglichkeiten der Digitalisierung scheinen unerschöpflich. Wir dürfen bei diesem Prozess die Interessen der Beschäftigten nicht vergessen. Es geht nicht nur um Kompetenz und Kontrolle, sondern auch um eine schleichende Entgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit“, warnte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. Es könne nicht verlangt werden, dass Lehrkräfte noch um 22.00 Uhr einen Blick auf den elektronischen Vertretungsplan für den nächsten Tag werfen müssen. „Wenn Schulen für die digitale Zukunft gerüstet werden sollen, dürfen die Interessen der Lehrkräfte nicht vergessen werden.“
Die GEW setzt, so die Landesvorsitzende, in diesem Prozess auf die an allen Schulen installierten Lehrerräte, die als direkte Interessenvertretung der Lehrkräfte fungieren. „Für gute Schul- und Personalentwicklung, für offene Kommunikation und für eine auf Partizipation setzende Schulkultur ist die aktive Rolle der Lehrerräte entscheidend. Ihre tägliche Praxis in den Schulen ist es, zu vermitteln, zu beraten und die ihnen übertragenen personalvertretungsrechtlichen Aufgaben gewissenhaft und kompetent wahrzunehmen“, beschreibt die GEW-Landesvorsitzende deren Funktion. Schäfer forderte: „Dass es für diese verantwortliche und vielfältige Arbeit Anrechnungsstunden geben muss, ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Diese dürfen nicht in Konkurrenz zur Anrechnung anderer Aufgaben stehen.“
Mit Blick auf den „Lehrerrätekongress: Mitgestalten – Chancen nutzen“, der am morgigen Dienstag mit rund 600 Teilnehmer*innen in der Messe Essen stattfindet, sagte Schäfer: „Für die Lehrerräte an unseren Schulen ist die GEW erste Adresse. Unser Fachkongress ist ein Beitrag zu ihrer weiteren Qualifizierung und bringt die Wertschätzung ihrer Arbeit zum Ausdruck.“ Schulministerin Sylvia Löhrmann hat ihre Teilnahme zugesagt und wird zum Thema „Schule in der Digitalen Welt: Chancen nutzen – Mitgestalten!“ referieren und die Positionen der Landesregierung zum Leitprojekt „NRW 4.0: Lernen im Digitalen Wandel“ darstellen. Aus der Sicht der Wissenschaft wird der Informatiker Prof. Dr. Alexander Markowetz, Universität Bonn, die „Schule in der Digitalisierung“ beleuchten.

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