Know-how für Inklusion in Fachzentren bündeln

GEW fordert Ausbau des Unterstützungssystems

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Ein gutes Jahr nach Inkrafttreten des 9. Schulrechtsänderungsgesetzes hapert es nach wie vor bei der Umsetzung der Inklusion an Schulen in NRW. Einer repräsentativen Onlineumfrage im Auftrag der GEW NRW zufolge sehen Schulleitungen aller Schulen in NRW durch unzureichende Rahmenbedingungen den Erfolg der schulischen Inklusion massiv gefährdet.

Die GEW NRW sieht dringlichsten Handlungsbedarf und fordert die Einrichtung von Fachzentren für Inklusion zur Unterstützung der Schulen. Vor allem die Qualität inklusiven Unterrichts muss gesteigert und die Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte wie die Lernbedingungen der Schüler*innen im Gemeinsamen Lernen müssen verbessert werden.

„Das schulische Unterstützungssystem für die Inklusion muss dringend ausgebaut werden, und zwar nachhaltig. Wir fordern die institutionelle Einrichtung von Fachzentren für Inklusion zur qualifizierten multiprofessionellen Unterstützung und Beratung der Schulen, Lehrkräfte, Eltern und Schüler*innen. Diese Zentren sollen in jedem Schulamt zur Verfügung stehen und Angebote zur Diagnose, Beratung, Fortbildung und zum fachlichen Austausch machen“, forderte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer in Essen anlässlich einer Expert*innenanhörung im Schulausschuss des Landtages NRW am morgigen Mittwoch (9. März).

Kernkompetenz eines solchen Fachzentrums sei die Unterstützung der schulischen Förderung von Schüler*innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Konkret heißt das laut Schäfer: „Es werden fachliche Kompetenzen, einschlägige Medien und allgemeines Know-how nicht nur für den Aufbau des Gemeinsamen Lernens vorgehalten, sondern auch zur Sicherung der Qualität der sonderpädagogischen Förderung.“ Als Basis und Anlaufstelle für eine kontinuierliche fachliche Qualifizierung, für den fachlichen Austausch der multiprofessionellen Teams in inklusiven Schulen, sowie für die Unterstützung und Beratung der Schulen hält die GEW NRW sie für unentbehrlich. Schäfers Fazit: „Sie stellen darüber hinaus auch den Erhalt der sonderpädagogischen Expertise vor Ort sicher. Diese ist für gelingende Inklusion unverzichtbar.“

Was die Frage der Personalkosten angeht, sieht die GEW NRW keine Probleme. Schäfer wörtlich: „Die GEW NRW hat bereits vorgetragen, dass eine personelle Besetzung eines Fachzentrums keine zusätzlichen Personalkosten erforderlich macht. Die gegenwärtig bereitgestellten Stellen zur Unterstützung des Gemeinsamen Lernens müssen hierfür nur zusammengeführt und in diesen Zentren gebündelt werden.“

Zu einem nachhaltigen schulischen Unterstützungssystem gehören, so die positive Beobachtung der GEW NRW, aber auch andere Institutionen im kommunalen Umfeld. Bereits jetzt wirken Jugend- und Sozialämter, der Medizinische Dienst, sozialpädiatrische Abteilungen und die Schulpsychologie im Kontext der Inklusion und arbeiten in einer aktiv unterstützenden Vernetzung mit den Schulen zusammen. Schäfer abschließend: „Das ist ein Lichtblick!“

Ansprechpartner

Berthold Paschert
Pressesprecher
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