Integrationsplan NRW

Bestmögliche Bildung mit mehr Personal

Die GEW fordert den freien Zugang zu einem Bildungsangebot für alle Zugewanderten entsprechend ihrem Lern- und Bildungsstand. Voraussetzung dafür, dass Bildung und Integration auch wirklich nachhaltig gelingen, sind mehr Ressourcen und Personal für die Schulen und kommunalen Integrationszentren.

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„Der Integrationsplan NRW bietet dafür einen guten Ansatz. Allerdings muss noch an einigen Stellen nachgebessert werden, damit Integration wirklich gelingen kann“, erklärte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer in Düsseldorf. Schäfer ist Sachverständige bei einer Anhörung im Ausschuss für Schule und Weiterbildung im Landtag NRW, der sich mit dem Antrag der Fraktionen SPD und Bündnis 90/Die Grünen zum Thema „Gelingende Integration von Flüchtlingen. Ein Integrationsplan für NRW“ befasst.
Die GEW erkennt die enormen Anstrengungen des Landes zur Schaffung neuer Lehrerstellen an, hält das Volumen aber noch nicht für ausreichend. „Weitere 7.000 Stellen sind für Integration und Inklusion erforderlich“, bekräftigt Schäfer die langjährige Forderung der GEW. „Wir fordern die Begrenzung der Willkommensklassen auf maximal 12 Schülerinnen und Schüler.“ Multiprofessionelle Teamarbeit – so Schäfer – ist dabei die Grundlage in der inklusiven und integrativen Schule. „Nur so können wir die Potentiale ausnutzen, adäquat fördern und fachlich betreuen wie es notwendig ist, ohne einzelne Lehrkräfte zu überfordern.“ Ganz hohe Priorität misst die GEW den Zugängen zum Bildungssystem für nicht mehr schulpflichtige Geflüchtete bei. Die Bildungsgewerkschaft fordert die Schulpflicht für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus und die Verlängerung des Rechts auf Schulbesuch. Schäfer wörtlich:  „Wir fordern die Öffnung des Berufskollegs für Schüler bis zum Alter von mindestens 21 Jahren, in notwendigen Fällen bis 25 Jahren. Dafür werden dort zum kommenden Schuljahr mindestens 5.000 zusätzliche Plätze im Rahmen der Internationalen Förderklassen gebraucht.“
Für die Unterstützung der Weiterbildungseinrichtungen hält die GEW eine Vollfinanzierung der Integrationskurse durch das BAMF sowie eine ausreichende Finanzierung der Projekt- und Regelförderung für unabdingbar. Schäfer unterstrich: „Integration ist eine Daueraufgabe. Eine reine Finanzierung durch zeitlich befristete Projektmittel setzt nicht nur politisch falsche Zeichen, sie verschärft auch die Problematik prekärer Beschäftigung.“

Ansprechpartner

Berthold Paschert
Pressesprecher
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