Gewerkschaft wirkt!

400 Delegierte beim Gewerkschaftstag in Bielefeld: Brandaktuelle Themen zur Bildungspolitik

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„Gewerkschaft wirkt!“ lautet das Motto des dreitägigen Gewerkschaftstages der Bildungsgewerkschaft GEW, der vom 21. bis 23. April in der Stadthalle Bielefeld stattfindet.  Neben den Schwerpunktthemen wie Inklusion und Tarifpolitik stehen auch brandaktuelle Debatten zum Recht auf Bildung für Geflüchtete, zu Digitalisierung und Medienkompetenz sowie außerdem die Neuwahl des Landesvorstandes auf der Agenda. GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer wird neben den rund 400 Delegierten aus den Städten und Kreisen des Landes zahlreiche Gäste begrüßen, darunter den Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld, Pit Clausen, die GEW-Bundesvorsitzende Marlis Tepe und den DGB-Bezirksvorsitzenden Andreas Meyer-Lauber.

„Gewerkschaft wirkt! Die GEW ist auf einem guten Weg, Interessenvertretung für Beschäftigte in allen Bildungsbereichen und für alle Altersgruppen zu sein und darin muss sie weiter gestärkt werden. Darüber werden wir intensiv diskutieren. Der Einsatz für mehr Bildungsgerechtigkeit in der frühkindlichen, schulischen und außerschulischen Bildung sowie in der Hochschule und Erwachsenenbildung wird auch künftig ein Schwerpunkt meiner Arbeit bleiben“, erklärte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer heute in Essen. Schäfer, 1954 geboren, steht seit 2010 an der Spitze der GEW, der mitgliederstärksten Interessenvertretung für Beschäftigte in allen Bildungsbereichen NRWs. Die Wiederwahl der Gesamtschullehrerin aus Unna gilt als gesichert. Mit Stolz verwies Schäfer auf den anhaltend positiven Trend bei der Mitgliederentwicklung. „Seit 10 Jahren wächst die GEW kontinuierlich. In den letzten drei Jahren haben wir 3,9% zugelegt. Von unserer Zielgröße 50.000 Mitglieder sind wir nicht mehr weit entfernt.“ Ende 2015 zählte die GEW NRW rund 48.800 Mitglieder, fast 70% der Mitglieder sind Frauen.

Der Gewerkschaftstag steht im Zeichen strategischer Positionsbestimmungen der Bildungsgewerkschaft. Es geht um nachhaltige Reformen zur pädagogischen Qualität und Chancengleichheit von Bildung vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen, ganz vordringlich die Frage der Integration und Bildung von geflüchteten Menschen. Maßgeblich ist auch für die GEW die Frage, wie für die Beschäftigten im Bildungsbereich bessere Arbeitsbedingungen und mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie bessere Tarifverträge und bessere Bezahlung durchgesetzt werden können. „Hier spielt die Bildungsfinanzierung eine große Rolle“, sagte Schäfer und unterstrich: „Nach wie vor ist das Bildungssystem in NRW – trotz aller Bemühungen der Landesregierung – unterfinanziert zum Nachteil derer, die unter diesen Rahmenbedingungen arbeiten, und derjenigen, die gefördert, beschult, ausgebildet und betreut werden.“ Schäfer bekräftigte die Forderung ihrer Gewerkschaft, nach mindestens weiteren 7.000 Lehrerstellen und zusätzlichen Stellen für multiprofessionelle Teams und Schulsozialarbeiter*innen: „Nur so können wir den durch Zuwanderung und Inklusion gestiegenen Anforderungen voll gerecht werden.“ 

Die Delegierten des Gewerkschaftstages haben nicht nur darüber zu entscheiden, ob die Wahlperiode der Gewerkschaftsgremien von drei auf vier Jahre verlängert wird, sondern wählen bzw. bestätigen auch den rund 40-köpfigen Landesvorstand in neuer Besetzung. Neben Landesvorsitzende Schäfer kandidieren auch ihre Stellvertreter*innen Maike Finnern und Sebastian Krebs erneut für ihre Funktion.

Ansprechpartner

Berthold Paschert
Pressesprecher
berthold.paschert@gew-nrw.de
+49 201 2940312