Ab Montag unbefristete Streiks in kommunalen Kitas

96,37 % der Mitglieder für Arbeitskampf

Ab Montag wird in den kommunalen Kindertageseinrichtungen in NRW unbefristet gestreikt. Das Votum bei der bundesweiten Urabstimmung war eindeutig: Für den unbefristeten Ausstand haben insgesamt 96,37 Prozent der Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Bereich Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) gestimmt. Das erforderliche Quorum von 75 Prozent wurde damit deutlich übertroffen.

"Dies ist eine klare Ansage an die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Die Erzieher*innenr sind bereit, für eine Aufwertung ihres Berufes und für eine bessere Bezahlung zu kämpfen und unbefristet zu streiken. Offenbar kann nur so die Blockadehaltung der Arbeitgeber*innen gebrochen werden", erklärte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer heute in Essen. Das Streikziel sei klar: Die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) müssen endlich kräftig aufgewertet und die Kolleg*innen besser eingruppiert werden.

Die GEW-Landesvorsitzende unterstrich, dass die gesellschaftlichen Erwartungen an das gesamte Berufsfeld des Sozial- und Erziehungsdienstes in den vergangenen Jahren enorm gewachsen seien. Damit seien auch die Anforderungen an Qualifikation und Arbeit der Beschäftigten in den Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen gestiegen. "Diese Entwicklung muss sich endlich in einer deutlich besseren Eingruppierung der Beschäftigten widerspiegeln", bekräftigte Schäfer. "Gute Bildung braucht gute Arbeitsbedingungen. Das ist im Interesse der Kinder und Eltern. Wer qualitativ hochwertige Arbeit leistet wie die Erzieher*innen, muss auch gut bezahlt werden."

Dies sehen die Arbeitgeber*innen offenbar anders: In einem Arbeitsfeld, in dem 97 Prozent Frauen arbeiten, wollten sie diese mit einem - auch gemessen an der fachlichen Ausbildung - viel zu geringen Gehalt abspeisen. Schäfer wörtlich: "Sie bedienen Rollenklischees und nutzen die Frauen finanziell aus. Doch das lassen sich die Erzieher*innen nicht bieten!"

Schäfer sieht eine harte Tarifauseinandersetzung auf alle Beteiligten zukommen. Ihr Appell: "Ich bitte die Eltern um Verständnis, dass die Beschäftigten jetzt auch zum Mittel des Streiks greifen, um ihre legitimen Interessen durchzusetzen. Gleichzeitig appelliere ich an die Eltern: Wenden Sie sich an ihre Landräte, Oberbürgermeister*innen und Bürgermeister*innen, damit diese sich für die längst überfällige Aufwertung der SuE-Berufe einsetzen."

Info:

Auch die ver.di-Mitglieder haben in einer Urabstimmung mit 93,44 Prozent für unbefristete Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst gestimmt. Mit diesem Votum ist die Entscheidung für unbefristete Streiks gefallen. Die Forderungen der Gewerkschaften haben ein Gesamtvolumen, nach dem die Gehälter der Beschäftigten im Durchschnitt um zehn Prozent steigen. Die Gewerkschaften wollen die Beschäftigtengruppen höher bewerten und damit in der SuE-Gehaltstabelle höher eingruppieren.