Schulen im Aufbau brauchen gesicherte Ressourcen

Zweiter Sekundarschultag der GEW

Die GEW sieht in der aktuellen Gründungswelle neuer Sekundar- und Gesamtschulen die Beliebtheit des längeren gemeinsamen Lernens und die Früchte des Schulkonsenses in NRW. Die positive Entwicklung darf nach Auffassung der Gewerkschaft aber nicht den Blick dafür verstellen, dass nur mit ausreichender Ressourcenausstattung der Schulen im Aufbau auch die Qualität des schulischen Angebotes gewährleistet werden kann. Die Schulen brauchen, so die Forderung der GEW, klare Entwicklungsperspektiven und verlässliche Rahmenbedingungen.

"Entscheidendes Kriterium ist die Ressourcenausstattung. Dafür bietet der im Schulkonsens verankerte schulscharfe Sozialindex einen vernünftigen Ansatz", sagte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. Ungleiches müsse ungleich behandelt werden.

Die GEW veranstaltet am morgigen Donnerstag (20.2.) ihren zweiten Sekundarschultag in Bochum. In Vertretung von Schulministerin Löhrmann nimmt Rainer Michaelis, Referatsleiter im MSW, Stellung zur Schulentwicklung in NRW. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmer bietet diese Fachtagung die Möglichkeit, sich in den Workshops und einer Podiumsdiskussion mit den unterschiedlichsten Aspekten der Sekundarschule auseinanderzusetzen - von der Planung einer Sekundarschule über konkrete Fragen der Personalentwicklung bis hin zu pädagogischen Konzepten für die Arbeit im Ganztag und mit heterogenen Lerngruppen.

Was den Arbeitsplatz Sekundarschule betrifft, so erwartet die GEW von der Landesregierung wirksame Unterstützung der Lehrkräfte in der Aufbauphase der Schulen. "Belastung hat Grenzen", mahnt die GEW-Landesvorsitzende. "Wichtig ist, dass die Kolleginnen und Kollegen Zeit für Fortbildung, für den schulinternen Austausch und für externe Vernetzung und Hospitationen bekommen." Das Ministerium müsse auch für klare berufliche Perspektiven sorgen, wenn Lehrkräfte aus auslaufenden Schulen in eine Sekundarschule wechseln.

Die Schulen des längeren gemeinsamen Lernens sind weiterhin gefragt. Zum kommenden Schuljahr haben 34 Schulträger Anträge auf Errichtung von 33 Sekundarschulen gestellt, und 22 Schulträger haben die Errichtung von 20 neuen Gesamtschulen beantragt. Für die GEW liegt der Erfolg auf der Hand. GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer: "Damit wird das frühe Aussortieren der Kinder in verschiedene Schulformen verhindert. Viele Eltern wollen ihre Kinder lieber in einer wohnortnahen Schule länger gemeinsam lernen lassen, um den Bildungsweg so lange wie möglich offen zu lassen."