Reden und Mut machen, wenn das Zeugnis schlecht ausfällt

2,6 Millionen Schüler*innen erhalten Halbjahreszeugnis

Am morgigen Freitag erhalten rund 2,6 Millionen Schülerinnen und Schüler in NRW ihr Zeugnis für das erste Schulhalbjahr 2013/2014. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert die Eltern in NRW dazu auf, den Tag des „Zwischenzeugnisses“ dafür zu nutzen, Freude zu teilen oder Tränen zu trocknen.

Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der GEW, empfiehlt: „Es ist ganz wichtig für Eltern und Kinder, an diesem Tag miteinander über die Noten zu reden.“ Die Schulpädagogin relativiert die Bedeutung der Schulnoten, weiß sie doch aus langjähriger Erfahrung: „Noten treffen keine generelle Aussage über die Schülerpersönlichkeit. Noten sind nur eine punktuelle Bestandsaufnahme des Leistungsstandes, sie können jederzeit verbessert werden.“

Mit den Zeugnissen erhalten Schülerinnen und Schüler individuelle Lern- und Förderempfehlungen, wenn die Versetzung oder der angestrebte Abschluss gefährdet ist. Die Eltern werden von der Schule zu einem Beratungsgespräch eingeladen, um zu besprechen, wie die konkrete Förderung aussehen kann. „Diese Gespräche sollten Eltern nutzen, um mit der Schule einen Weg zu erarbeiten, der den Schulerfolg des Kindes möglich macht“, empfiehlt die GEW-Landesvorsitzende.

 

Nach wie vor stelle sich für die GEW aber auch die Ressourcenfrage. „Lehrer*innen erwarten mehr Unterstützung von der Landesregierung“, mahnt die GEW-Landesvorsitzende. „Wer im Schulgesetz die Versetzung in die höhere Klasse zur Regel macht, muss auch dafür sorgen, dass das mit gezielter individueller Förderung möglich ist.“

 Vor diesem Hintergrund bedauert Schäfer, dass ein bislang mit großem Erfolg gelaufenes Projekt zur Reduzierung des Sitzenbleibens nicht mit den Ressourcen weitergeführt werden soll, die bislang zur Verfügung standen. An dem Projekt „Komm mit! – fördern statt Sitzenbleiben“ sind ca. 700 Schulen beteiligt.