Ohne „Gute Arbeit“ keine guten Hochschulen!

Einseitige Debatte um das Hochschulzukunftsgesetz

Die GEW sieht die Belange des Hochschulpersonals in der öffentlichen Debatte um den Gesetzentwurf für ein neues Hochschulzukunftsgesetz zu wenig berücksichtigt. Die aktuelle Auseinandersetzung über die Leitlinien der Hochschulentwicklung ist einseitig zugespitzt auf die Machtinteressen der Hochschulleitungen und Hochschulräte. Die Bildungsgewerkschaft fordert für die rund 120 000, davon mehr als die Hälfte wissenschaftlich oder künstlerisch tätigen Hochschulangehörigen verbindliche gesetzliche Regelungen für bessere Beschäftigungsbedingungen und letztlich eine Rückkehr in den Landesdienst.

„Die Spitzen der Hochschulen haben bei ihrer medienwirksam vorgetragenen Kritik die Lage des wissenschaftlichen Personals nicht im Blick, von einem vorgeblich verantwortungsvollen Umgang mit der Personalhoheit, die ihnen das Hochschulfreiheitsgesetz bescherte, kann nicht die Rede sein“, sagte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer anlässlich der Landtagsdebatte über den Referentenentwurf zum Hochschulzukunftsgesetz.

Auch die GEW ist nicht mit dem Gesetzentwurf zufrieden und fordert Nachbesserungen des Gesetzentwurfs im Sinne der Beschäftigten. „Wir brauchen verbindliche Regelungen für faire Beschäftigungsbedingungen und berechenbare Karrierewege in der Wissenschaft“, forderte die GEW Landesvorsitzende. Der Stand der Beratungen über einen „Kodex Gute Arbeit“ sei noch unbefriedigend.

Studien und Statistik belegen Handlungsbedarf

Nicht nur die DGB-Studie zu den Arbeitsbedingungen an den Hochschulen, die in der letzten Woche im Wissenschaftsausschuss des Landtages vorgestellt wurde, belegen nach Auffassung der GEW den politischen und gesetzlichen Handlungsbedarf, auch die aktuellen Zahlen aus der Landesstatistik weisen auf die problematische Entwicklung in der Beschäftigtenstruktur der Hochschulen hin. Laut IT NRW ist beim wissenschaftlichen Personal in den letzten fünf Jahren eine deutliche Zunahme bei den Teilzeitverträgen festzustellen (Teilzeitquote 2012: 35,9%). Im Jahr 2002 arbeiteten noch 63,9% mit einem Vertrag auf Zeit, fünf Jahre später waren es bereits 67,5% und im Jahr 2012 hatten 71,6% des Personals einen Fristvertrag.