Mehr Wertschätzung für Lehrer*innen erforderlich!

Schuljahresbeginn in NRW

Das neue Schuljahr beginnt. Lehrer*innen in NRW stehen vor großen Herausforderungen. Sie vermissen dabei häufig die erforderliche Wertschätzung ihres Arbeitgebers. "Die Herausforderungen in der Schulpolitik sind nur mit hoch motivierten Lehrerinnen und Lehrern zu bewältigen, die sich der Wertschätzung ihres Arbeitgebers sicher sind. Hier mehren sich die Zweifel der Kolleg*innen", erklärte die GEW-Vorsitzende Dorothea Schäfer heute in Essen angesichts der Schuljahrespressekonferenz von Schulministerin Sylvia Löhrmann.

"Dass fast alle beamteten Lehrer*innen zwei Jahre keinerlei Inflationsausgleich bekommen sollen, ist und bleibt falsch. Ein Eintreten der Landesregierung für eine gerechte tarifliche Eingruppierung der Lehrkräfte ist überfällig", so Schäfer. Beides werde in den Lehrerzimmern als deutlicher Beleg für geringe Wertschätzung der Landesregierung gewertet.

Nach Einschätzung der GEW-Vorsitzenden werde in allen Schulen jetzt die Kürzung der Mittel für Vertretungsunterricht wirksam, da ein Großteil der Mittel bereits im ersten Halbjahr verbraucht wurde. Unterrichtsausfall und Mehrbelastung der Kollegien werde, so Schäfer, die Folge sein: "Beides ist fatal, wenn Bildung Vorrang haben soll." So werde sich die Mehrarbeit von Lehrer*innen weiter erhöhen. Mehrere Millionen Mehrarbeitsstunden pro Jahr seien nicht hinnehmbar und Ausdruck starker und steigender Belastung der Lehrkräfte.

Auch wenn das Schulgesetz im Blick auf die Inklusion erst im nächsten Monat mit Wirkung zum Schuljahr 2014/2015 geändert wird, beginnen viele Schulen schon jetzt erstmalig mit dem gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung. Oft ist weder die räumliche Ausstattung der Schule ausreichend, noch sind die Lehrkräfte darauf vorbereitet. "Die Forderung der GEW nach einer sorgfältigeren Vorbereitung des Prozesses ist leider nicht erfüllt worden", beklagte Schäfer.

Als positive Entwicklung zum längeren gemeinsamen Lernen bewertet die GEW-Landesvorsitzende die Gründung neuer Gesamtschulen und Sekundarschulen. Alle neuen Schulen brauchen aber, so die Forderung der GEW, zusätzliche Ressourcen für die Aufbauphase. Schäfer wörtlich: "39 neue Sekundarschulen und 28 neue Gesamtschulen gehen mit Schwung und Elan an den Start, bekommen aber keinen Aufbauzuschlag, um die Herausforderung des Anfangs zu meistern. Viele Schulen beginnen neu mit dem gemeinsamen Lernen behinderter und nicht behinderter Schüler*innen, aber ohne ausreichende Ressourcen."