Gute Bildung braucht MEHR!

Gewerkschaftstag in Wuppertal

Erst Blockade beim Eingruppierungstarifvertrag für Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis, dann Wortbruch bei der Beamtenbesoldung. Nach dem Kabinettsbeschluss, der mit geringfügigen Erhöhungen für Beamte in A11 und A12 und zwei Nullrunden für Beamte ab A13 vor allem die Lehrkräfte von der Einkommensentwicklung abkoppelt, ist das Verhältnis zwischen GEW und Landesregierung deutlich abgekühlt. Aber die GEW sieht sich zu ihrem Gewerkschaftstag, der von Donnerstag, 11. April, bis Samstag, 13. April, in der Historischen Stadthalle Wuppertal stattfindet, gut aufgestellt und geht selbstbewusst und kämpferisch in die Auseinandersetzung mit der Landesregierung.

"Für Lehrerinnen und Lehrer ist innerhalb weniger Tage klar geworden, dass die Landesregierung schlicht und einfach ein schlechter Arbeitgeber für sie ist. Wertschätzung und Anerkennung für gute Arbeit sieht anders aus. Das lassen wir uns nicht gefallen", erklärte die Landesvorsitzende der GEW, Dorothea Schäfer, die sich vor den 400 Delegierten zur Wiederwahl stellt.

Nach der Tarifrunde im Frühjahr verbucht die Bildungsgewerkschaft mit 47.000 Mitgliedern einen neuen Mitgliederrekord und ist mit Abstand die größte gewerkschaftliche Interessenvertretung im Bildungsbereich. Zwei von drei Mitgliedern sind Frauen.
"Wir nutzen den Gewerkschaftstag auch als Forum, um handfeste gewerkschaftliche Gegenwehr zu entwickeln", kündigte die GEW-Landesvorsitzende an. Die Wut und Enttäuschung der Kolleginnen und Kollegen über den Kurs der Landesregierung sei sehr groß.
Mit Spannung erwartet wird deshalb der Auftritt von NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider, der Ministerpräsidentin Kraft vertritt. Seitens der Gewerkschaften halten der GEW-Bundesvorsitzende Ulrich Thöne und DGB-Bezirksvorsitzender Andreas Meyer-Lauber Grußworte. Der Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, Peter Jung, wird ebenfalls ein Grußwort an die Delegierten richten.

Auf dem Gewerkschaftstag, der unter dem Motto "Gute Bildung braucht MEHR!" stattfindet, werden weitere gewerkschaftliche Positionen beraten. Neben dem Widerstand gegen ein Sonderopfer der Beamten sind die wichtigsten Themen:

  • Konsequenzen aus der Tarifrunde 2013: wie weiter mit dem Tarifvertrag für angestellte Lehrkräfte?
  • Umsetzung der UN-Menschenrechtskonvention: der Umbau zu einem inklusiven Schulsystem führt zu massiven Problemen an den Schulen in NRW.

Außerdem stehen weitere Gesetzesvorhaben in NRW wie die Dienstrechtsreform, das Hochschulzukunftsgesetz, U3-Betreuung und Kinderbildungsgesetz sowie die Weiterbildungspolitik auf der Tagesordnung.

Die Delegierten wählen auch für die nächsten drei Jahre einen neuen Landesvorstand. Neben Schäfer kandidiert als ihre Stellvertreterin Maike Finnern. Für Norbert Müller, der nach langjähriger Funktion als Stellvertreter nicht wieder kandidiert, tritt Dr. Torsten Menkhaus an.