OBAS und Seiteneinstieg

Die OBAS (Ordnung zur berufsbegleitenden Ausbildung von Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern und der Staatsprüfung) bildet den rechtlichen Rahmen des berufsbegleitenden Vorbereitungsdienstes von der Ausbildung bis zur Prüfung.

Geregelt wird u. a. die Ausbildungsstruktur, deren Dauer und Verantwortlichkeiten sowie Organisation, Ablauf und Ergebnis der Staatsprüfung.

Seiteneinstieg

Da die Unterrichtsversorgung in Mangelfächern allein durch grundständig ausgebildete Lehrkräfte nicht gesichert werden kann, stellt das Land seit vielen Jahren auch Seiteneinsteiger*innen“ ein. Diese werden berufsbegleitend ausgebildet:

  • entweder zwei Jahre nach der Ordnung zur berufsbegleitenden Ausbildung von Seiteneinsteige*rinnen und der Staatsprüfung (OBAS), die mit Staatsexamen (wie bei LAA) abgeschlossen wird und anschließend eine Verbeamtung ermöglicht, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind,
  • oder ein Jahr nach dem Erlass zur „Pädagogischen Einführung in den Schuldienst“.

Die OBAS regelt die berufsbegleitende Qualifikation von Absolventen*innen mit einem nicht lehramtsbezogenen Hochschulabschluss und mindestens zweijähriger Berufserfahrung oder Kinderbetreuung in zwei Unterrichtsfächern oder beruflichen Fachrichtungen. Damit haben diese Seiteneinsteiger*innen weitgehend vergleichbare Professionalisierungsperspektiven für den Lehrberuf. Damit ist eine Forderung der GEW erfüllt, nicht grundständig ausgebildeten Einsteigern*innen in den Schuldienst die Möglichkeit zu geben, sich berufsbegleitend zu gleichwertigen Lehrkräften zu qualifizieren und auch alle Aufstiegschancen des Berufs wahrnehmen zu können. Sehr unterschiedliche Erfahrungen gibt es allerdings mit den praktischen Erfahrungen der OBAS-Ausbildung: Häufig werden die durchschnittlich sechs Anrechnungsstunden einer Lehrkraft in Ausbildung während der gesamten Ausbildungszeit für die Ausbildung als zu gering kritisiert bzw. die verbleibende selbständige Unterrichtsbelastung als zu hoch neben einer vollen Ausbildung. Das ist sicherlich zumindest zum Teil berechtigt, führt diese Belastung doch oft zu Schwierigkeiten bei den Betroffenen oder gar zum Abbruch der Ausbildung.

Die Pädagogische Einführung soll Seiteneinsteiger*innen ohne Befähigung zu einem Lehramt im Sinne des Lehrerausbildungsgesetzes (LABG) auf ein Dauerbeschäftigungsverhältnis (als Tarifbeschäftigte) vorbereiten. Diese Einführung besteht aus einer zwei- bis dreimonatigen Orientierungsphase (ab Schuljahres- oder Schulhalbjahresbeginn) und einer neunmonatigen Intensivphase (ab 1.5. oder 1.11.), die durch Schule und ZfsL  gestaltet werden.  Die GEW hält diese Art der Qualifizierung für den Lehrberuf im Gegensatz zur OBAS für völlig unzureichend.

Infos und Service zu OBAS und Seiteneinstieg