Wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen

Internationaler Frauentag am 8. März 2017 – DGB-Projekt „Was verdient die Frau?”

Nicht nur jährlich zum Internationalen Frauentag stellen Gewerkschafterinnen die Frage „Was verdient die Frau?”. Der DGB nimmt Wunsch und Realität mit dem gleichnamigen Projekt unter die Lupe. Ein Drittel aller Frauen in Deutschland können mit ihrem Verdienst nicht einmal ihren unmittelbaren Bedarf decken. „Für das Thema muss weiterhin sensibilisiert werden“, meinen Hanna Wolf, Projektleiterin, und Katja Supyan, Projektkoordinatorin, vom DGB.
Wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen

Foto: iStock.com/PeopleImages

Illustration: DGB

Auf die Frage, was ihnen im Leben wichtig ist, antworten 96 Prozent aller jungen Frauen: „Ich möchte finanziell auf eigenen Beinen stehen!“ Das heißt, unabhängig sein vom Einkommen ihrer Partner*innen, der Familie oder staatlichen Transferleistungen.

Für die Zukunft sparen – für zwei Drittel aller Frauen nicht möglich

Doch die Realität sieht oft anders aus. Die Studien von Dr. Irene Pimminger, defacto – Sozialwissenschaftliche Forschung & Beratung, aus 2012 und 2015 zeigen: Ein Drittel aller Frauen können mit ihrem monatlichen Einkommen nicht einmal ihren unmittelbaren Bedarf decken. Fast die Hälfte aller weiblichen Beschäftigten kann sich und ein Kind nicht kurzfristig finanziell absichern. Und zwei Drittel aller Frauen mit Kind schaffen es nicht, mit ihrem Gehalt für die Zukunft vorzusorgen – also Geld auf die Seite zu legen für Zeiten wie Rente oder Erwerbslosigkeit.

Geschlechtergerechte Entgeltpraxis und wirtschaftliche Unabhängigkeit

Wunsch und Realität liegen auch in 2017 noch meilenweit auseinander. Das vom Deutschen Gewerkschaftsbund initiierte und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanzierte Projekt „Was verdient die Frau? Wirtschaftliche Unabhängigkeit!“ will das ändern. In seiner zweiten Förderphase (2016 bis 2018) setzt sich das Projekt für eine geschlechtergerechte Entgeltpraxis, partnerschaftliche Vereinbarkeitslösungen und die Stärkung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit von Frauen ein. Ziel ist es, Gewerkschafter*innen, politischen Entscheidungsträger*innen, Interessenvertretungen in Betrieben und Verwaltungen sowie junge Frauen für die eigenständige Existenzsicherung über den gesamten Lebensverlauf hinweg zu sensibilisieren.

Potenzielle Risiken und Stolpersteine von Frauen im Erwerbsleben

Um gerade jungen Frauen das Thema wirtschaftliche Unabhängigkeit näherzubringen, hat das Projekt das Online-Quiz „Die Generalprobe“ entwickelt. Das Quiz klärt über potenzielle Risiken und Stolpersteine im Erwerbsleben auf und stellt Informationen zum Beispiel zu Steuerklassen, zum ElterngeldPlus und einem gelungenen Wiedereinstieg bereit. Ganz aktuell hat das Projekt zum diesjährigen Internationalen Frauentag am 8. März 2017 die vierteilige Zeichentrickserie „#Generalprobe“ veröffentlicht, in der verschiedene Lebenssituationen von Frauen thematisiert werden.

Impulsvorträge und -workshops buchen

Das Projektteam geht auch direkt in Betriebe oder Dienststellen und hält in Absprache mit Interessenvertreter*innen Impulsvorträge oder -workshops rund um die Frage, wie gute Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Unabhängigkeit geschaffen werden können. Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf.

Hanna Wolf, Projektleiterin „Was verdient die Frau?“
Katja Supyan, Projektkoordinatorin „Was verdient die Frau?“