Start ins neue Schuljahr

GEW: keine gute Bildung ohne bessere Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen

Zu einer guten Schul- und Bildungspolitik gehören nach fester Auffassung der GEW sowie gute Arbeitsbedingungen für die Lehrkräfte, als auch eine anständige und gerechte Besoldung
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Zu Beginn des neuen Schuljahres fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Maßnahmen seitens der Landesregierung, den akuten Personalengpass an den Schulen zu entschärfen und die Arbeitsbedingungen der rund 190'000 Beschäftigten an den Schulen des Landes zu verbessern.

"Dazu gehört eine gerechte und verfassungsgemäße Besoldungsreform, die die Bezahlung aller Lehrkräfte unabhängig von der Schulform nach A13Z garantiert. Der derzeitige Lehrkräftemangel ist für die Bildungsgewerkschaft kein temporäres Problem und die Bekämpfung darf nicht auf die lange Bank geschoben werden", so Ulrich Thoden, GEW-Stadtverbandsvorsitzender: "Andere Bundesländer wie zum Beispiel Berlin sind bereits initiativ geworden und haben die Besoldung der Grundschullehrkräfte angehoben."

Zu guter Schul- und Bildungspolitik gehörten auch gute Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte, mahnt die GEW: "Zu den Arbeitsbedingungen verweist die Ministerin aber lediglich auf Entlastung durch die Software LOGINEO NRW."

Die Entscheidung, den Gymnasien ein Wahlrecht bei der Schulzeitverkürzung einzuräumen, hält die GEW für falsch: Einmal mehr werden falsche politische Entscheidungen zu Lasten der Lehrer*innen und der Unterrichtsentwicklung an den Schulen getroffen. Thoden: "Die Debatte über die Länge der Schulzeit wird damit vor Ort ausgetragen. Das schafft Streit und Ärger innerhalb der Kollegien und der Elternschaft. Die Rückkehr zu G9 für alle Gymnasien muss sorgfältig vorbereitet werden und die Finanzierung darf nicht zu Lasten der anderen Schulformen gehen." Entscheidend sei, Gymnasien mit gebundenem Ganztag auch weiter als Ganztagsschulen arbeiten zu lassen: "Hier darf es kein Rollback geben!" 

Zum von Ministerin Yvonne Gebauer vollmündig proklamierten Neustart der Inklusion erklärt die GEW: "Die Landesregierung ist gut beraten, mehr Geld in die Inklusion zu investieren und deutlich mehr Stellen zu schaffen. Die von der Schulministerin angekündigte Aufteilung des Stellenbudgets für die Grund- und Förderschulen und Schulen der Sekundarstufe I wird die Bedingungen ohne eine deutliche Erhöhung der Stellen nicht verbessern. Enttäuschungen sind sowohl an den Förderschulen als auch an den Schulen des Gemeinsamen Lernens vorprogrammiert, weil die Arbeit nicht erledigt und anspruchsvolle Förderkonzepte nicht umgesetzt werden können. Nach wie vor fehlen uns derzeit mindestens 7.000 Sonderpädagog*innen. Die Stellen für Schulsozialarbeit und Schulpsychologie müssen ebenfalls ausgebaut werden", so Thoden.