Schüler*innen brauchen ein Powerfrühstück

Gesundes Frühstück in der Schulpause

Was gehört in die Frühstücksdose von Schüler*innen? Ursula Tenberge-Weber, Leiterin der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung NRW der Verbraucherzentrale NRW, gibt Lehrkräften und Eltern Tipps für die Frühstückspause.
Schüler*innen brauchen ein Powerfrühstück

Foto: Dominik Buschardt

Was gehört in die Frühstücksdosen von Schüler*innen?

Ursula Tenberge-Weber: Ein Vollkornbrot oder -brötchen, belegt zum Beispiel mit Frischkäse und Salat sowie Gemüse- oder Obststückchen sind eine ideale Kombination für die Frühstücksbox. Gurke, Tomate, Möhre oder Erdbeeren, Pflaumen und Äpfel machen Appetit auf die Pause. Kinder essen Gemüse und Obst besonders gerne, wenn es in mundgerechten Stücken angeboten wird. Ergänzt mit Milch – zum Beispiel aus dem EU-Schulprogramm – wird daraus ein Powerfrühstück. Fehlt ein Wasserspender in der Schule, gehört ein ungesüßter oder zuckerarmer Durstlöscher mit in die Schultasche. Die Menge des zweiten Frühstücks in der Schule sollte sich an der ersten Mahlzeit zu Hause orientieren. War das Frühstück zu Hause bereits üppig, ist das Schulfrühstück am besten nur ein Zwischensnack.

Warum ist es wichtig, vor und in der Schule ausgewogen zu essen?

Kinder und Jugendliche können den Schulalltag bewältigen, mit Freude lernen, sich konzentrieren und Leistungen bringen, wenn sie ihrem Bedarf entsprechend mit ausgewogenen Mahlzeiten versorgt werden. Es können bis zu drei Mahlzeiten sein, die sie bei Besuch einer Ganztagsschule einnehmen.

Schulkinder sollten jeden Morgen frühstücken, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Die erste Tagesmahlzeit zu Hause ist eine wichtige Starthilfe in den Tag. Spätere Snacks in den Schulpausen sorgen für den nötigen Energienachschub, damit sie bis zum Mittag leistungsfähig und körperlich fit sind und sich in der Schule rundum wohlfühlen. Ganztagsschüler*innen gehen zum Mittagessen in die Mensa und genießen optimalerweise eine Mahlzeit mit Gemüse und Sättigungsbeilage (Nudeln, Kartoffeln, Reis) sowie hin und wieder Fleisch, Fisch oder Ei beziehungsweise vegetarische Speisen. Der Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. – kurz DGE – enthält Empfehlungen, wie ein gutes und vollwertiges Mahlzeitenangebot in der Schule aussehen sollte.

Welche Tipps würden Sie Lehrer*innen geben, wenn die Kinder in der Schule keinen Appetit haben oder kein Frühstück mitbringen?

Damit alle Kinder fit und aufmerksam den Schulalltag bewältigen, ist es empfehlenswert für die Kinder, die ohne Frühstück in die Schule kommen, eine Reserveration vorzuhalten und den Schulkiosk schon vor Schulbeginn zu öffnen. Um Kinder für das Frühstück zu begeistern, sollten Lehrer*innen Mahlzeiten als Chance für die Ernährungsbildung nutzen. Gemeinsam frühstücken im Klassenverband macht den Kindern Spaß, schafft eine gute Atmosphäre und fördert das Miteinander. Darüber hinaus gibt es rund um das Frühstück zahlreiche Möglichkeiten erlebnis- und handlungsorientiert Projekte, Aktionen und Unterricht zu gestalten. Aufgegriffen werden können zum Beispiel Themen wie: Welche Lebensmittel bringen beim Frühstück die richtige Power? Wie bereiten wir Lebensmittel attraktiv zu?

An vielen Schulen wird ein Mittagessen angeboten. Worauf sollten Eltern bei der Wahl der Schule achten?

Bei Informationsveranstaltungen oder am Tag der offenen Tür besteht die Möglichkeit, die Ausstattung in der Mensa, den Schulkiosk und den Pausenhof genau anzusehen, um einen Eindruck zu gewinnen, ob die Speiseräume sowie der Ruhe- und Außenbereich auf die Bedürfnisse der Schüler*innen abgestimmt sind.

Ein Blick auf den Speiseplan oder ein Gespräch mit den für die Verpflegung Verantwortlichen gibt Aufschluss über das Speisenangebot. Dieses sollte möglichst an den Empfehlungen des DGE-Qualitätsstandards für Schulverpflegung ausgerichtet sein. Neben einem Getränk gehören täglich Gemüse oder Salat, eine Sättigungsbeilage – etwa Kartoffeln, Reis oder Nudeln – und höchstens zweimal pro Woche eine Portion Fleisch auf die Speisekarte. Vegetarische Varianten im Speiseplan sind als weiterer Pluspunkt zu werten.

Die Fragen stellte Jessica Küppers, Redakteurin im NDS Verlag.