Das Leben in die eigene Hand nehmen

Im Interview: NRW-Kandidat*innen für den Bundestag

Am 24. September 2017 ist Bundestagswahl. Die GEW NRW stellt je die gleichen vier Fragen an Kandidat*innen aus Nordrhein-Westfalen: Johannes Vogel, FDP-Kandidat aus Olpe, stellt sich vor.
Das Leben in die eigene Hand nehmen

Foto: Demarco/Fotolia

Deutschland wählt am 24. September 2017 einen neuen Bundestag. Aus Nordrhein-Westfalen stehen fast 800 Kandidat*innen aus 23 Parteien zur Wahl. Einige der jüngeren Jahrgänge stellen sich kurz und knapp den Fragen der GEW NRW. Angefragt sind Kandidat*innen der demokratischen Parteien SPD, CDU, GRÜNE, FDP und DIE LINKE.

Weiter geht's mit Johannes Vogel (Jahrgang 1982) von der FPD.

Was macht Sie aus?

Ich bin ein optimistischer Mensch, der in jeder Herausforderung eine Chance sieht. Das überträgt sich auch auf meine politischen Schwerpunkte. Während zum Beispiel viele Menschen Angst vor der Digitalisierung und den Folgen haben, sehe ich in ihr riesige Chancen: Mobiles Arbeiten, Home-Office, flexiblere Arbeitszeiten – wir müssen diese Möglichkeiten nutzen. Im Kern geht es mir politisch darum, jedem Menschen die faire Chance zu geben, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen und sein Glück zu verwirklichen – egal woher man kommt, ob und woran man glaubt, und ganz egal wie bunt, schräg, ungewöhnlich oder eben auch kreuzlangweilig dieser Lebenstraum sein mag. Beste Bildung unabhängig von der Herkunft ist hier eine zentrale Voraussetzung.

Was treibt Sie (vor)an?

Ich bin unzufrieden mit dem Stillstand, den die Große Koalition in Deutschland verwaltet. Das ist mir zu wenig, ich möchte Deutschland modernisieren und in den wichtigsten Zukunftsthemen unserer Zeit wieder nach vorne bringen: Wir müssen die Digitalisierung nutzen, brauchen endlich ein Einwanderungsgesetz, welches zwischen Geflüchteten und Einwander*innen unterscheidet und um die besten Talente weltweit wirbt und müssen Arbeitsmarkt und Sozialsysteme fit machen für die moderne Arbeitswelt. Darüber hinaus motiviert mich natürlich auch das langfristige Projekt, die Freien Demokraten als erneuerte Partei wieder in den Bundestag zurückzuführen, damit es dort eine Kraft in der Mitte des Parteienspektrums gibt, die für Marktwirtschaft, Weltoffenheit und gesellschaftliche Liberalität eintritt.

Wo möchten Sie hin?

Das plane ich nicht länger als einige Jahre voraus, sondern schaue, wohin mich Neugier und Gestaltungslust tragen. Für die nächsten Jahre bewerbe ich mich gerade um die große Ehre, erneut Volksvertreter zu werden.

Was bedeutet Bildungsgerechtigkeit für Sie?

Bildungsgerechtigkeit bedeutet mir sehr viel. Eine Gesellschaft ist nur fair, wenn es beste Bildung am Anfang des Lebens und beste Weiterbildung während des Lebens gibt. Denn Bildung ist der Schlüssel zu Einstiegs- und Aufstiegschancen am Arbeitsmarkt, zu persönlichem Glück und einem erfüllten Leben. Deshalb wollen wir beispielsweise dafür sorgen, dass der Bund endlich an der Finanzierung und Modernisierung der Schulen mitwirken darf – denn digitale, moderne und gut ausgestattete Schulen sollten ein Standard in unserem Land sein. Gerade in den Regionen mit den großen sozialen Herausforderungen.

Die Fragen stellte Sherin Krüger, Redakteurin im NDS Verlag.

Hinweis der Redaktion: Bis kurz vor der Budnestagswahl (Stand: 21.09.2017) gingen die Antworten der je zwei angefragten Bundestagskandidat*innen der Parteien DIE LINKE sowie CDU nicht bei der Redaktion ein. Beide fehlen demnach in der Interviewreihe.