Lehrerkonferenz

Ratgeber für Lehramtsanwärter*innen

Das Schulgesetz sieht vor, dass an jeder Schule ein Lehrerrat zu wählen ist. Als weitere Gremien der Mitwirkung und Mitbestimmung an den Schulen gibt es die Schulkonferenz, die Lehrerkonferenz und die Fachkonferenzen.

Die Einrichtung des Lehrerrates soll bewirken, innerschulische Probleme dort zu lösen, wo sie entstanden sind. Er übernimmt also eine wichtige Clearing-Funktion und hat eine starke Vermittlungsaufgabe, für die eine grundlegende Vertrauensbasis unerlässlich ist. Darüber hinaus sind dem Lehrerrat personalvertretungsrechtliche Aufgaben (die vorher beim Personalrat lagen) übertragen worden. Darunter fällt z.B. die Mitbestimmung über (vorhersehbare) Mehrarbeit und Nebentätigkeiten, wovon nicht selten auch LAA betroffen sind und so dessen Unterstützung brauchen. Die Lehrerkonferenz hat die allgemeine Aufgabe, über die pädagogische Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit zu beraten und die Zusammenarbeit der Lehrer*innen bei der Gestaltung und Durchführung des Unterrichts zu fördern. In der Schulkonferenz werden die Interessen aller am Schulleben Beteiligten (von der Schulleitung bis zu den Schüler*innen) zusammengeführt. Maßgeblich für die Mitbestimmung im Schulsystem ist der Personalrat/die Personalvertretung.

    Ratgeber für Berufseinsteiger*innen

    Die Lehrerkonferenz ist laut Schulgesetz ein Mitwirkungsgremium für dich und deine Kolleg*innen. Die Schulleitung führt dabei den Vorsitz.

    Viele Aufgaben sind im Schulgesetz festgelegt (§ 68). Die Lehrerkonferenz entscheidet über Grundsätze für die Unterrichtsverteilung und die Aufstellung von Stunden-, Aufsichts- und Vertretungsplänen. So können sich die Lehrer*innen in der Lehrerkonferenz beispielsweise darauf einigen, dass bei unvermeidlichem Nachmittagsunterricht alle Mitglieder des Kollegiums angemessen beteiligt werden. Dieser Beschluss kann von jedem Mitglied direkt beantragt werden, auch ohne Zustimmung der Schulleitung.

    Ebenso können eigenständig Regelungen getroffen werden, um die Belange teilzeitbeschäftigter Lehrer*innen bei Vertretungsregelungen oder der Stundenplangestaltung zu berücksichtigen. An diese Beschlüsse ist die Schulleitung gebunden.

    Worüber entscheidet die Lehrerkonferenz sonst noch?

    Auf Vorschlag der Schulleitung kann sie entscheiden über

    • Grundsätze der Verteilung von Sonderaufgaben an Lehrer*innen,
    • die Teilnahme der Schule an der Erprobung neuer Arbeitszeitmodelle,
    • Grundsätze der Lehrerfortbildung (z.B. Kriterien der Auswahl der Teilnehmer*innen),
    • Grundsätze für die Festsetzung der individuellen Pflichtstundenzahl der Lehrer*innen, also für die Verteilung der sogenannten Anrechnungsstunden.
    • Zudem kann die Lehrerkonferenz der Schulkonferenz Vorschläge unterbreiten
    • zur Einführung sowie zur Ausleihe und Übereignung von Lernmitteln,
    • zu „allen wichtigen Angelegenheiten der Schule“, also zu allen Punkten, für welche die Schulkonferenz eine Entscheidungskompetenz hat.

    Außerdem wählt die Lehrerkonferenz die Vertreter*innen für die Schulkonferenz. Das können auch weitere (sozial-) pädagogische Fachkräfte sein, die zwar nicht der Schule angehören, aber dort beispielsweise im Offenen Ganztag arbeiten.