Länger gemeinsam Lernen

Um mehr Chancengleichheit in der Bildung zu erreichen, setzt sich die GEW NRW dafür ein, dass alle Schüler*innen über die Grundschule hinaus länger gemeinsam Lernen. Die GEW ist davon überzeugt, dass ein frühes Sortieren der Kinder in verschiedene Bildungsgänge Benachteiligungen mit Blick auf die Lernleistungen mit sich bringt und sich Potenziale nicht ausreichend entfalten.

Fast alle europäischen Länder setzen auf längeres gemeinsames Lernen, die vierjährige Grundschule ist die Ausnahme. Mit dem sogenannten Schulkonsens legten SPD, CDU und Grüne im Jahr 2011 einen langjährigen Streit über die Schulstruktur in NRW bei. Geschaffen wurde die neue Schulform Sekundarschule, welche die Jahrgänge 5 bis 10 umfasst und keine eigene gymnasiale Oberstufe hat. Die Sekundarschule ermöglicht ein längeres gemeinsames Lernen aller Schüler in den Klassen 5 und 6. Nach einem ersten Gründungsboom gab es zum Schuljahresbeginn 2018/19 allerdings nur noch eine einzige Neugründung einer Sekundarschule in NRW, 115 Sekundarschulen gab es zu diesem Zeitpunkt. Vor allem im ländlichen Raum sinken die Anmeldezahlen, einige Sekundarschulen kämpfen ums Überleben und dürfen auch zweizügig weitergeführt werden, um Schüler*innen, Eltern und Lehrkräften Planungssicherheit zu geben.

Als Befürworterin der inklusiven Schule für alle Kinder begrüßt die GEW NRW die Entwicklung von Schulen des längeren gemeinsamen Lernens als Schritt in die richtige Richtung und fordert die Landesregierung dazu auf, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten an den integrierten Schulformen zu verbessern. Die GEW NRW ist im Bündnis "Länger gemeinsam Lernen" aktiv, in dem Initiativen und Einzelpersonen für ein längeres gemeinsames Lernen in den nordrhein-westfälischen Schulen werben.

Infos und Service zu Länger gemeinsam Lernen

Stand: August 2019