Prüfsteine für eine Gewerkschaft, die bewegt

Protest gegen Studiengebühren und Forderungen der jungen GEW unterstützen

Die junge GEW war stark auf dem 28. Gewerkschaftstag vertreten und hat sich aktiv eingebracht: Mit der Würfelaktion forderte sie alle Kandidat*innen auf, zu ihren Forderungen Stellung zu beziehen.
Prüfsteine für eine Gewerkschaft, die bewegt

Foto: Kay Herschelmann

Pädagogische Berufseinsteiger*innen und Studierende formulierten und gestalteten im Vorfeld eigene Anträge und machten so auf ihre Forderungen unter anderem zur Organisationsentwicklung, zu studentischen Beschäftigten an Hochschulen sowie zum Thema Rechtspopulismus und AfD auf sich aufmerksam.

Würfelaktion: junge GEW bringt Bewegung auf die Bühne

Die Wahlen zum Geschäftsführenden Vorstand haben die unter 35-jährigen Kolleg*innen aktiv begleitet: Alle Kandidat*innen mussten vor ihren Reden einen großen Pappwürfel in die Höhe schmeißen oder über den Boden rollen. Auf die Seiten des Würfels waren die Forderungen für eine jugendinklusive GEW gedruckt. Zur gewürfelten Forderung bezogen die Kandidat*innen Stellung. Die Forderungen sind auf Grundlage der vor vier Jahren erarbeiteten „Prüfsteine für eine Gewerkschaft, die bewegt“ entstanden. Durch die Würfel waren sie überall auf dem Messegelände sichtbar.

Protest gegen Studiengebühren in Baden-Württemberg

Sichtlich überrascht zeigten sich die jungen Kolleg*innen darüber, wie viel Zeit des Gewerkschaftstags für die Wahlen und Reden von Politiker*innen genutzt wurde. Leider blieb daher für inhaltliche Debatten weniger Zeit. Doch auch die Auftritte der Politiker*innen wurden von der jungen GEW genutzt, um ihre Perspektive sichtbar zu machen. So gab es zum Beispiel bei der Rede von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident der GRÜNEN in Baden-Württemberg, lautstarke Proteste gegen Studiengebühren, die unter ihm im baden-württembergischen Landtag für internationale Studierende und Studierende im Zweitstudium eingeführt wurden. Ein zu diesem Thema eingebrachter Dringlichkeitsantrag der jungen GEW und des Bundesausschusses für Studierende wurde vom Gewerkschaftstag einstimmig angenommen.

Bundesweite Onlineumfrage der jungen GEW NRW

Am Stand der jungen GEW informierten die Kolleg*innen über ihre Anträge und die Schwerpunkte ihrer Arbeit. Dort gab es auch die ersten Infos zu den Ergebnissen der bundesweiten Onlineumfrage, in der motivierende und hemmende Faktoren für das Gewerkschaftsengagement junger Mitglieder identifiziert wurden. Diese Umfrage wird die junge GEW NRW in einem Workshop bei der Tagung GEW-aktiv im September 2017 in Gelsenkirchen vorstellen.

Angemessene Repräsentationsrate junger Mitglieder anstreben

Die Anträge der jungen GEW NRW fanden große Zustimmung bei den Delegierten. Dank ihnen wird ein erfolgreicher und nachhaltiger Generationendialog in den nächsten vier Jahren mehr in den Fokus zu rücken. Sowohl der Antrag zur Organisationsentwicklung ist mit absolut akzeptablen Änderungen angenommen worden wie auch ein Antrag, der die Landesverbände dazu auffordert, eine angemessene Repräsentationsrate junger Mitglieder in den Gremien und Organen anzustreben. Leider wurde ein Antrag zu einer Jugendquote in den Delegationen beim Gewerkschaftstag, die an der Anzahl junger Mitglieder im entsendenden Landesverband bemessen würde, abgelehnt. Die junge GEW fasste den Entschluss als Signal dafür auf, dass eine intensivere Mitarbeit als bisher bei wichtigen Entscheidungen durch junge Kolleg*innen aktuell nicht gewünscht sei. Diese Einstellung ist für sie zunächst eher frustrierend.

Wer hetzt, hat in der GEW keinen Platz!

Der Antrag gegen die AfD ist dafür mit wenig Diskussion beschlossen worden. Im Vorfeld gab es in vielen Gremien hitzige Debatten über diesen Antrag, da sich viele ältere Mitglieder an den Radikalenerlass und die Berufsverbote erinnert fühlten. Durch die wirklich gute Arbeit der Antragskommission wurde eine Formulierung gefunden, die sowohl die Antragssteller*innen wie auch die skeptischeren Mitglieder überzeugte. Und es gilt weiterhin: Wer hetzt, hat in der Bildungsgewerkschaft keinen Platz!

Anpacken in den nächsten vier Jahren

Generell war der Gewerkschaftstag für die jungen Delegierten eine wirklich spannende Veranstaltung. Vor allem das Miteinander und die wertschätzende und motivierende Atmosphäre unter den jungen Delegierten haben sie darin bestärkt, sich weiterhin mit vollem Einsatz dem Engagement in der GEW zu widmen. Die junge GEW freut sich auf die nächsten vier Jahre in der Bildungsgewerkschaft und findet, dass auf dem Gewerkschaftstag wirklich gute Schwerpunkte für die kommende Zeit gesetzt wurden. Also packen wir es an!

Rike Müller, Mitglied im Leitungsteam der jungen GEW