Schulzeitverkürzung am Gymnasium

Runder Tisch verabredet Reformen

Die von der schwarz-gelben Landesregierung 2005 vorgenommene Verkürzung des gymnasialen Bildungsgangs von neun auf acht Jahre, bei Reduzierung der Sekundarstufe I um ein Jahr, war jahrelang einer der größten bildungspolitischen Streitpunkte in NRW. Für die GEW NRW wie auch für SPD und Grüne war die Verkürzung der Sekundarstufe I das Kernproblem.
Keine Verbesserung für Doktorand*innen

Foto: Knuppi/photocase.de

Zahlreiche Eltern, Schüler*innen, Lehrkräfte, Kinder- und Jugendärzt*innen beklagten  die deutlich gestiegene Belastung: zu viel Stress beim Lernen. Schulministerin Löhrmann verband mit ihrer Initiative des „Runden Tisches“ das Ziel,  schulische Entlastungsmöglichkeiten zu finden und G8 zu optimieren, ohne an den grundsätzlichen Strukturen zu rütteln.

Schulzeitverkürzung am Gymnasium

Die am Runden Tisch verabredeten „Empfehlungen zur Schulzeitverkürzung am Gymnasium“ sind gute Grundlage für eine Entlastung der Schüler*innen und ermöglichen eine Verbesserung des Lehrens und Lernens am Gymnasium. Sie sind aber ungeeignet, auf Dauer die Probleme der „falschen“ Schulzeitverkürzung am Gymnasium durch Verkürzung der Sekundarstufe I auf fünf Jahre zu beheben.  Mit dieser Grundsatzposition gab die GEW NRW bei ihrer Zustimmung zum vereinbarten Maßnahmenpaket für eine verbindliche Weiterentwicklung des achtjährigen Bildungsgangs ihre eigentlichen gewerkschaftlichen Forderungen für eine grundlegende Reform zu Protokoll: Eine sechsjährige Sekundarstufe I an allen Schulformen, die Vergabe aller Abschlüsse der Sekundarstufe I auch am Gymnasium und eine Reform der Gymnasialen Oberstufe, die zwei, drei oder vier Jahre umfassen kann. Eine entsprechende Formulierung ist dem vom Schulministerium veröffentlichten Schlussdokument „Empfehlungen des ‚Runden Tisches zu G8 / G9‘ an die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen“ zu entnehmen. Varianten des Abiturs in neun Jahren Am Runden Tisch wurden auch folgende G9-Varianten diskutiert: Die Wahlmöglichkeit des einzelnen Gymnasiums, das Parallelsystem innerhalb einer Schule oder die Rückkehr zum G9-Halbtagsgymnasium. Gemeinsames Fazit: Nachteilig für die allgemeine Schulentwicklung am Gymnasium in NRW.