Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen

Als weibliche Beschäftigte kannst du bei allen Arbeitsplatzfragen – etwa zu Probezeit, Verbeamtung, Bewerbung auf Beförderungsämter, Teilzeit, Stundenplangestaltung oder Fortbildung – die Ansprechpartnerin für Gleichstellungfragen (AfG) zu Rate ziehen.

Seit die Einstellungsgespräche schulscharf in den Schulen stattfinden, ist sie in jeder Schule und jedem Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsL) vertreten, weil sie mit Sitz und Stimme Mitglied der Auswahlkommission ist und an Auswahlgesprächen teilnehmen muss.

Hauptaufgabe der AfG ist die Förderung weiblicher Beschäftigter mit dem Ziel der Gleichstellung. Dabei unterstützt sie die Schulleitung, die letztlich für die Gleichstellung verantwortlich ist. Die AfG darf sich indes eigenverantwortlich für den Abbau von Benachteiligungen von Frauen einsetzen. Denn obwohl der Anteil der weiblichen Beschäftigten im Schulbereich in NRW aktuell bei rund 70 Prozent liegt, sind die Karrierechancen für Frauen im Vergleich zu Männern deutlich schlechter. Die AfG kann sich auch im Unterricht, Schulleben und in der Schulorganisation für die Gleichstellung einbringen. Häufig ist sie an Lösungen von Problemen bei Teilzeitbeschäftigten beteiligt.

Rechtsgrundlage

Die Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen hat ihre rechtliche Grundlage in § 15 a des Landesgleichstellungsgesetzes NRW (LGG). Ihre Aufgabenschwerpunkte leiten sich aus § 17 LGG für die Gleichstellungsbeauftragten ab. Weil sie die Schulleitung bei deren Gleichstellungsaufgabe unterstützen soll, ist ihre Funktion im Schulgesetz NRW in § 59 Abs. 5 konkreter definiert.

Bestellung

Laut Landesgleichstellungsgesetz sind die Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen und mindestens eine Stellvertreterin durch die Schulleitung nach Anhörung der Lehrerkonferenz zu bestellen. Solltest du Interesse haben, AfG zu werden, solltest du dies gegenüber Kolleginnen und der Schulleitung äußern. In der Regel dauert eine Amtsperiode drei Jahre. Eine Wiederbestellung ist möglich.

Qualifizierung und Entlastung

Die Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen hat im Rahmen der verfügbaren Mittel Anspruch auf Qualifizierung und Fortbildung. Die Schulleitung muss dafür sorgen, dass sie entsprechende Angebote, etwa die GEW-Fortbildung „Fit für die Gleichstellung“, wahrnehmen kann. Die AfG ist laut der Regelung für Gleichstellungsbeauftragte in § 16 LGG von sonstigen dienstlichen Aufgaben „im erforderlichen Umfang“ und „im Rahmen der verfügbaren Stellen“ zu entlasten. Die GEW NRW fordert eine Entlastungsregelung ohne Einschränkungen. Auch nach der Gesetzesnovelle 2018 ist keine feste Freistellung für die AfG vorgesehen, Entlastungsstunden für ihre Arbeit müssen weiter aus dem Schuldeputat entnommen werden.

Die GEW NRW und insbesondere der Landesfrauenausschuss der GEW NRW engagieren sich für die Gleichstellung im Bildungsbereich und unterstützen die Ansprechpartnerinnen für Gleichstellungsfragen mit Fortbildungsangeboten, Fachtagungen sowie durch Vernetzung.