Gewerkschaftstag 2019: Vielfalt bereichert.

Organisationsentwicklung im Fokus: Vielfalt in der Bildungsgewerkschaft

Das Motto des Gewerkschaftstags „Vielfalt bereichert“ ist Grundorientierung und Richtschnur der Bildungsgewerkschaft GEW. Eine offene, demokratische und plurale Gesellschaft mit einer bedingungslosen Willkommenskultur auf allen Ebenen, in den Kindertagesstätten, in Schulen und Hochschulen, in den unterschiedlichen Institutionen der Erwachsenenbildung und in der Jugendarbeit – dafür steht die GEW.
Gewerkschaftstag 2019: Vielfalt bereichert.

Foto: Bert Butzke

Junge und alte Menschen, Menschen ohne und mit Behinderungen, vertraute und fremde Menschen, Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierungen, Menschen aus unterschiedlichen sozial-ökonomischen Milieus – sie alle bereichern unsere Gesellschaft und unser Leben. In der Vielfalt stecken die Chancen für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft, sie macht uns immun gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung, Antisemitismus und Neofaschimus. Mit einer Gesprächsrunde führen wir in das Leitthema auf dem Gewerkschaftstag am Donnerstag, 23. Mai 2019 ein. Insgesamt drei Tage voller Themen, Duskussionen und Wahlen erwarten uns!

Nach Aussprache und Beratung zum Leitthema starten wir mit den Beratungen zu weiteren Anträgen der Mitglieder der GEW NRW aus ganz unterschiedlichen gewerkschaftlichen Arbeitsfeldern. Einen Auszug aus der Vielfalt der Anträge zum Gewerkschaftstag stellen wir vor!

Die Organisation weiterentwickeln

Als zweiter inhaltlicher Schwerpunkt steht die Debatte über die Organisationsentwicklung in der GEW in NRW an. Sie wird sich beschäftigen mit dem Generationendialog und dem Generationenwechsel, mit der Stärkung der ehrenamtlichen GEW-Arbeit vor Ort durch Bündelung von hauptamtlicher Unterstützung, dem Ausbau der Arbeit der Vertrauensleutet und mit der Absicherung der Fachgruppen vor Ort beziehungsweise in den Bezirken.

Beim Gewerkschaftstag 2019 dürfen wir so viele junge Delegierte wie noch nie erwarten – der Aufruf, den Generationenwechsel aktiv zu gestalten, ist bei den engagierten Kolleg*innen in der GEW NRW angekommen! Auch der Ausbau der digitalen Infrastruktur innerhalb der Bildungsgewerkschaft gehört dazu, um die Kommunikation unter den Funktionär*innen, Gremien und Mitgliedern zu befördern. Die Digitalisierung der Beratung und Entscheidung beim Gewerkschaftstag 2019 ist ein Schritt auf diesem Weg.

Arbeitszeit und Arbeitsbelastung reduzieren

Arbeitszeit und Arbeitsbelastung sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Mit Nachdruck fordern die Delegierten die Belastung zu senken – beispielsweise durch Erhöhung der Anrechnungsstunden, Optimierung der Vertretungsreserve und Begrenzung von Mehrarbeit.

Die Tarifpolitik weiterentwickeln

Nach erfolgreichem Tarifabschluss auf Länderebene wird es darum gehen, den Tarifkampf auszuwerten, den Abschluss zu bewerten und zu klären, wie es in den nächsten Tarifverhandlungen weitergehen kann. Denn noch lange sind nicht alle Forderungen der GEW erfüllt. Vor allem die Besoldungslücke zwischen den tarifbeschäftigten und beamteten Lehrkräften steht weiter auf der Tagesordnung.

Den Digitalisierungsprozess begleiten

Die Digitalisierung von Schule und Unterricht beschäftigt die GEW NRW bereits über mehrere Gewerkschaftstage. Aktueller Aufhänger sind die datenschutzrechtlichen Bedingungen für die Verarbeitung diverser Daten auf Endgeräten von Lehrer*innen. Die Bildungsgewerkschaft bekräftigt ihre Forderung nach Dienstgeräten für alle Lehrer*innen in den Schulen.

Der Landesvorstand der GEW NRW wird aufgefordert, einen Diskussionsprozess zu „Bildungsinhalten in der digitalisierten Lebenswirklichkeit“ zu organisieren und dabei die Fragen zu beantworten, welche Bildungsinhalte eine digitale Gesellschaft braucht und  was in einer zukünftigen, von Informatiksystemen geprägten Welt zur Allgemeinbildung gehören soll.

Darüber hinaus gilt es, die Vielfalt der digitalen Lehr- und Lernangebote auf ihre Einsatzmöglichkeiten und ihre Qualität hin zu prüfen und Kriterien für ihre Anwendung zu definieren.

Die Inklusion weiterentwickeln

Angesichts der restriktiven Politik der Landesregierung muss die Bildungsgewerkschaft den Prozess der Inklusion auch weiterhin kritisch begleiten und die notwendigen Gelingensbedingungen einfordern. Dazu gehört auch, dass die Inklusionsarbeit von allen Schulen und Schulformen getragen werden muss.

Wahl des Vorstands der GEW NRW

Außerhalb der Antragsberatung wird unser der Landesvorstand neu gewählt. Auf die rund 400 Delegierte wartet ein spannender und abwechslungsreicher Gewerkschaftstag 2019!

Fritz Junkers, verantwortlicher nds-Redakteur