Geld und Einkommen

Die GEW NRW setzt sich in Besoldungs- und Tarifrunden dafür ein, dass Lehrer*innen für ihren anspruchsvollen Job angemessen bezahlt werden. Dabei ist ihr Status entscheidend. Das Regelbeschäftigungsverhältnis als Lehrkraft ist das Beamtenverhältnis, Beamt*innen werden nach dem Besoldungsgesetz des Landes NRW besoldet. Lehrer*innen, die nicht ins Beamtenverhältnis übernommen werden können oder zur Vertretung befristet beschäftigt sind, erhalten als Angestellte eine Vergütung. Für sie gilt der Tarifvertrag der Länder (TV-L).


Beamtenbesoldung

Bei Lehrkräften im Beamtenverhältnis setzt sich das monatliche Einkommen aus dem Grundgehalt und dem Familienzuschlag zusammen. Der Familienzuschlag ist abhängig vom Familienstand (verheiratet/unterhaltsverpflichtet, ggfs. Anzahl der Kinder). Eine ruhegehaltsfähige Zulage (§ 47 LBesG NRW Buchstabe c) von derzeit 92,96 Euro erhalten Lehrkräfte, die zur*m Studienrät*in ernannt werden. Dies ist derzeit möglich am Gymnasium, in der Oberstufe der Gesamtschule und im Berufskolleg.

Die GEW NRW fordert seit Jahren – unterstützt durch ein Rechtsgutachten – dieselbe Eingruppierung für ausgebildete Lehrkräfte aller Schulformen, also auch für Grundschullehrkräfte oder Lehrkräfte in der Sekundarstufe I. Schließlich ist die Ausbildung spätestens seit Änderung des Lehrerausbildungsgesetzes (LABG 2009) angeglichen, gleich lang und gleichwertig.

Bei einem entsprechenden Sparvertrag gibt es auch vermögenswirksame Leistungen. Die früher noch zusätzliche Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld) von 30 Prozent wurde inzwischen in die Grundgehalttabelle eingefügt.

Für die Berechnung des Grundgehaltes gilt je nach erworbener Qualifikation (Studium, Vorbereitungsdienst, Erwerb des Lehramtes) die Zuordnung zu einer bestimmten Besoldungsgruppe. Der Einstieg und spätere Aufstieg in die zeitlich unterschiedlich gestaffelten Stufen dieser Besoldungsgruppe orientiert sich an der Berufserfahrung.

Einstieg in die Besoldungstabelle

Lehrer*innen mit der Befähigung für das Lehramt GHRSI werden der Besoldungsgruppe A 12 zugeordnet und steigen in die Stufe 4 der Besoldungstabelle ein. Für das Lehramt Sonderpädagogik ist die Besoldungsgruppe A 13 maßgeblich, der Einstieg erfolgt in Stufe 5. Stufe 5 und Besoldungsgruppe A 13 gelten auch für Studienrät*innen (Lehramt Gymnasium/Gesamtschule bzw. Berufskolleg). Das Grundgehalt wird nach Stufen bemessen, deren Laufzeit beträgt zwei (bis zur fünften), drei (bis zur neunten) und vier Jahre (bis zur zwölften Stufe). Die Endstufe wird in A 12 nach 26 Jahren und in A 13 nach 24 Dienstjahren erreicht.  Wenn berücksichtigungsfähige Zeiten beruflicher Erfahrung vorliegen, kann der direkte Einstieg in eine höhere Stufe erfolgen. Berücksichtigungsfähige Zeiten sind zum Beispiel Zeiten hauptberuflicher Tätigkeit im öffentlichen Dienst, Kindererziehungszeiten und Zeiten der Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen. Außerdem können gesellschaftlich anerkannte soziale Tätigkeiten (Wehr- und Zivildienst, Bundesfreiwilligendienst und Freiwilliges Soziales Jahr) angerechnet werden. Da der Vorbereitungsdienst der Qualifikation für den künftigen Beruf dient, ist er keine hauptberufliche Tätigkeit und zählt deshalb nicht.

Die Ersteinstufung bzw. Stufenzuordnung wird von der Dienstbehörde festgesetzt und mitgeteilt. Für eventuelle Vordienstzeiten solltest du Belege einreichen und den Personalrat informieren. Bei der Überprüfung der Festsetzungsverfügung solltest du ebenfalls den Personalrat einschalten, der ein Mitspracherecht hat. Beanstandungen sind innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung der Bezirksregierung schriftlich einzureichen.

Tarifbeschäftigte

Lehrkräfte, die nicht ins Beamtenverhältnis übernommen wurden oder zur Vertretung einen befristeten Arbeitsvertrag erhalten, werden je nach Lehramt eingruppiert. GHRSI-Absolvent*innen sind in EG 11, die anderen Lehrämter in EG 13 eingruppiert. Tarifbeschäftigte Lehrkräfte durchlaufen fünf Stufen in ihrer Entgeltgruppe und erreichen die jeweilige Endstufe (Stufe 6, neu ab 01.01. bzw. 01.10.2018) nach zehn Berufsjahren. Für Tarifbeschäftigte beträgt die Jahressonderzahlung 50 Prozent (EG 12 und 13) bzw. 80 Prozent (EG 9 und 11) des Entgeltdurchschnitts der Monate Juli bis September. Auch für Lehrkräfte im Tarifbeschäftigungsverhältnis gilt die Zuordnung zu Entgeltgruppen und Erfahrungsstufen unabhängig vom Alter, so dass nur die Berufserfahrung gehaltssteigernd wirkt.

Teilzeitbeschäftigung

Für die Berechnung des Teilzeiteinkommens ist die jeweilige Pflichtstundenzahl der Schulform die Bezugsgröße. Bei der Berechnung des Bruttogehaltes wird die Anzahl der vertraglich festgelegten Unterrichtsstunden ins Verhältnis zum jeweiligen Pflichtstundenmaß (Vollzeit) gesetzt.

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