Ganztag – Ganztagsschulen

Ganztagsschulen sollen zu mehr Chancengleichheit im Bildungssystem führen. Zudem tragen sie erheblich zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei.

In NRW gibt es offene Ganztagsschulen (OGS) (§ 9 Abs. 3 SchulG) und gebundene Ganztagsschulen (§ 9 Abs. 1 SchulG). In einem gesonderten Erlass sind die wichtigsten Bestimmungen geregelt (RdErl. d. Ministeriums für Schule und Bildung v. 16.02.2018 - 325-3.04.02-142481).

Offene Ganztagsschulen (OGS)

Ganztagsschulen im Primarbereich sind in der Regel offene Ganztagsschulen (OGS).   Rund  90 Prozent der Grundschulen haben einen offenen Ganztag, den etwa 75 Prozent der Kinder besuchen. Da der offene Ganztag aber ein freiwilliges Angebot ist, das nicht von allen Kindern wahrgenommen wird, können Unterricht und Betreuungsangebot nicht miteinander verzahnt werden.

Die Landesregierung führte mit dem sogenannten Runderlass zum Ganztag im Februar 2018 zudem „mehr Flexibilität“ an OGS ein. Schüler*innen können nun am Nachmittag auch an außerschulischen Bildungsangeboten, Therapien oder ehrenamtlichen Tätigkeiten teilnehmen. Ein pädagogisch wünschenswertes Ganztagskonzept mit konsequenter Rhythmisierung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten lässt sich so noch schwieriger umsetzen.

Gebundene Ganztagsschulen

Die Zahl der Ganztagsschulen steigt in NRW seit Jahren. Ganztagsschulen im gebundenen Ganztag sind meist Gesamt- und Sekundarschulen, häufig auch Haupt- und Förderschulen. Bei Realschulen und Gymnasien liegt der Ausbau noch bei relativ niedrigen 16 Prozent.

Die GEW NRW setzt sich für mehr Ganztagsschulen in gebundener Form mit einem guten Konzept der Verzahnung von Unterricht und Freizeitphasen ein. Längerfristig erwartet die GEW NRW die Umwandlung der OGS in gebundene Ganztagsschulen. So können herkunftsbedingte Ungleichheiten besser ausgeglichen werden. Individuelle Förderung und Lernzeiten statt Hausaufgaben unterstützen das Ziel der Chancengleichheit. Die GEW NRW fordert ferner verbindliche Mindeststandards für die personelle Ausstattung sowie für Räume und Material. Mit Blick auf die OGS kritisiert die GEW NRW prekäre Beschäftigungsverhältnisse vieler Mitarbeiter*innen, einen Fachkräftemangel, eine hohe Fluktuation und die Kostenbeteiligung der Eltern.